• Niklas Bormann
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DOSB: Comeback nach Mitgliederverlust?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat eine Bestandserhebung veröffentlicht. Auf den ersten Blick sehen die Zahlen nicht gut aus: 792.119 Mitgliedschaften, gingen im Vergleich zum Vorjahr, verloren. Das sind 2,85 %.

Wir wollten wissen, was dahintersteckt und haben einen Blick auf die Erhebung geworfen.

Corona-Pandemie bremst Nachwuchs aus

Wenn man sich die Zahlen genauer anschaut, sieht man, dass die größten Rückgänge bei den Kindern unter 6 Jahren zu verzeichnen sind, zwischen 17 und 26 %. Generell sind es die unter 6-Jährigen, die – gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung – am wenigsten Sport machen. Nur 21,68 % bei den Jungen und 19,88 % bei den Mädchen. Im Durchschnitt auf alle Altersgruppen sind es 28,11 %. Einer der Gründe sind wohl die fehlenden Neueintritte während der Corona-Zeit.

Grund zur Hoffnung besteht trotzdem, in Bayern sind seit Beginn des Schulstarts im Sommer 2021 fast 20.000 Grundschulkinder einem Sportverein beigetreten. Einen Anteil daran hat womöglich das Gutscheinprogramm “Mach mit – Sei fit”, mit dem der Vereinsneueintritt von Schülerinnen und Schülern der 1. bis 4. Klasse mit 30 Euro bezuschusst wird. Auch andere Bundesländer versuchen mit verschiedenen Aktionen Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren.

Bei Positiv-Beispielen wie dem aus Bayern könnte man denken, dass das Schlimmste bald vorbei ist und sich der Trend umkehrt. Allerdings steigen die Corona-Zahlen aktuell wieder rasant. Sachsen hat zum Beispiel die “Vorwarnstufe” erreicht. In dem Bundesland gilt der Amateursport, ob Training oder Wettkampf, als “private Zusammenkunft”. Das bedeutet: Es dürfen sich nur 10 Personen im öffentlichen oder privaten Raum treffen, Ausnahme sind Geimpfte, Genesene und Kinder bis 16 Jahren. Falls sich die Zahlen nicht ändern, könnte das auf eine Pause des Spieltriebs hinauslaufen. Allerdings strebt der Landessportbund (LSB) ein Treffen mit der zuständigen Ministerin an, um eine Lösung zu finden.

Auch in anderen Bundesländern steigen die Zahlen, in Bayern kletterte die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Miesbach kürzlich auf über 800. Dennoch sieht es (noch) nicht so aus, als würden andere Bundesländer ebenfalls Maßnahmen ergreifen, die den Spielbetrieb einstellen. Sachsen bleibt also vorerst ein Sonderfall.

Starker Rückgang bei großen Vereinen

Doch zurück zur Bestandserhebung des DOSB. Am härtesten hat der Mitgliederschwund demnach die großen Vereine getroffen. Der Freiburger Kreis, eine Arbeitsgemeinschaft mit über 180 Großsportvereinen, musste im Jahr 2020 einen Verlust von 102.211 Mitgliedern hinnehmen, das sind 10,57 %. Warum grade diese Vereine solche Rückgänge zu vermelden haben, ist schwierig zu sagen. Dass es für sie generell schwierig in einer Pandemie wird, wusste der Vorstandsvorsitzende des Freiburger Kreises, Boris Schmidt, schon 2020. In einer Talkrunde sagte er:

”Die Großsportvereine in Deutschland sind durch die Corona Krise am stärksten betroffen. Da sie vorrangig vereinseigene Sportanlagen betreiben und hauptamtlich Personal für ihre Mitglieder vorhalten.”

Boris Schmidt

Die Frage, warum die Rückgänge so enorm sind, ist damit noch nicht beantwortet. Eine mögliche Theorie lautet: Viele Großsportvereine bieten Fitnessstudios, Kurse und Individualsportarten an. Für die, die solche Angebote wahrnehmen, stellt sich dann die Frage, ob es sich lohnt, weiter Mitglied bei diesem Verein zu bleiben, wenn sie diese Angebote pandemiebedingt nicht nutzen können.

Bei kleineren Vereinen gibt es diese Problematik nicht, da sie solche Möglichkeiten meist gar nicht anbieten. Dazu kommt, dass die Mitglieder in kleinen Vereinen vielleicht eher eine Verbundenheit für ihren Klub spüren. Weil es sich möglicherweise um ihren Heimatverein handelt, wo man fast jeden kennt und schon die ganze Familie Mitglied war. Oder weil es schlicht schwerer fällt, aus einem Verein auszutreten, wenn man einer Mannschaftssportart nachgeht, als wenn man alleine im Fitnessstudio trainiert.

Individualsportarten als Krisen-Gewinner

Der Blick in die Bestandserhebung zeigt, dass es kaum Sportfachverbände gibt, die einen Mitgliederzuwachs verbuchen können. Aber es gibt sie. Einige davon sind: Deutscher Tennis-Bund, Deutscher Alpenverein, Deutscher Skiverband oder der Deutscher Segler-Verband.

Diese (Individual-)Sportarten gewinnen nicht erst seit Corona an Beliebtheit. Schon länger wird über den Megatrend, Individualisierung diskutiert.

Individualsportarten erlauben es den Sporttreibenden, ihre Termine flexibel gestalten zu können und nicht von anderen abhängig zu sein.

Dass man heute genügend Möglichkeiten hat, sich auch von zu Hause sportlich zu betätigen, passt ins Bild. Und selbst wenn einem das Mannschaftsgefühl fehlt: Mit Fitnessgeräten wir denen von Peloton kann man überall auf der Welt “zusammen” mit seinen Freunden Sport machen, stabiler Internetverbindung sei Dank.

Schafft der Vereinssport die Wende?

Der DOSB und die Deutsche Sportjugend (DSJ) haben einige Kampagnen ins Leben gerufen, um dem Mitgliederschwund entgegenzuwirken. Da wären zum einem die DOSB-Kampagnen “Comeback der Bewegung” und “Comeback der Gemeinschaft”, wie die Bewegungskampagne “MOVE” vom DSJ. Diese Maßnahmen sollen vor allem die Kinder zu mehr Sport begeistern, aber auch generell die Vereine unterstützen. Das ist auch sinnvoll, obwohl man bezweifeln darf, ob das reicht.

Allerdings zeigen die jüngsten Zahlen aus Bayern, dass solche Aktionen sehr wirksam sein können - vor allem, wenn die Inzidenzen zurückgehen, wie es den Sommer über geschah.

Wie sich der Trend der Mitgliederrückgänge in Vereinen in den kommenden Monaten und Jahren weiterentwickelt, weiß wohl niemand genau. Aber eine Sache steht auch unserer Ansicht nach fest: "Überflüssig wird der Vereinssport niemals werden”, wie es Stefan Rogowski in unserem Format “Vereinstalk” gesagt hat.

Wir unterstützen Amateur- und Breitensportvereine auf unsere Weise. Dank Vereinsticket können Sportvereine verschiedenste Features nutzen, um sich die Arbeit im Vereinsleben zu erleichtern und einen großen Schritt in Sachen Digitalisierung machen. Zum Beispiel mit einem individuell gestalteten Ticketshop, der es ermöglicht, Tickets online von den Fans reservieren zu lassen. Mit dem Payments-Modul können die Tickets sogar online verkauft werden, Zuschauer können sie vorab kaufen und per Kreditkarte oder Online-Überweisung bezahlen. Es gibt noch weitere nützliche Features wie eine Mitgliederverwaltung, bei der die Vereinsmitglieder ihre Daten selbst pflegen können, eine Trainingsplanungs- und eine Newsfunktion, mit der Mitglieder und Fans immer auf dem neuesten Stand bleiben und viele mehr. Und das beste: Vereinsticket ist für alle Amateursportvereine kostenfrei!


Corona, Sportvereine, Zukunft

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