• Jean-Luc Diehl
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Alles, was du über Golf wissen musst

Das Klischee von Golf als exklusive Sportart für die Reichen hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr von der Realität entfernt. Heutzutage ist der Golfsport auch in der breiteren Gesellschaft angekommen und zählt mit knapp 650.000 Mitgliedern mittlerweile zu den 10 mitgliederstärksten Sportarten in Deutschland. Alle Informationen, die du als Neu-Einsteiger in den Golfsport benötigst, haben wir dir im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Schläger, Bälle & Kleidung - Ausrüstung für Golf-Neulinge

Ball: Ein Golfball hat einen Durchmesser von knapp 42mm und wiegt 46g. Auf seiner Oberfläche sind 300 bis 450 kleine Dellen, die zur Verbesserung der Flugeigenschaft dienen. Einen ordentlichen Golfball bekommt man bereits ab 1€. Besonders hochwertige Golfbälle können allerdings auch deutlich teurer sein.

Golfbag: Aufgrund der Vielzahl an Schlägern, die beim Golfen genutzt werden, führt an einem Golfbag – also einer Tasche für die Golf-Ausrüstung – quasi kein Weg vorbei. Es gibt folgende Arten von Golfbags:

Name Beschreibung Preisspanne
Standbag Tasche, die man auf dem Rücken tragen und dank ihrer ausklappbaren Beine auf dem Platz aufrecht abstellen kann 130 bis 290€
Cartbag Tasche, die für den Transport auf Trolleys gestaltet wurde und daher gerollt statt getragen werden kann, größerer Stauraum als Standbags 130 bis 380€
Tourbag Die mit Abstand geräumigste, aber auch die teuerste Tasche. Wie Cartbags werden auch Tourbags üblicherweise per Trolley transportiert Ab 500€

Tees: Ein Tee bezeichnet neben dem Punkt, an dem der erste Schlag (Abschlag) ausgeführt wird, auch den kleinen Gegenstand, auf den der Golfball zum Abschlag gelegt wird. Dieser ist heutzutage meist aus Holz oder Plastik. Während Plastiktees langlebiger sind, sind Holztees umweltschonender. Einen 50er-Pack Holztees bekommt man bereits für 5€.

Als passionierte Breitensportler haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Sportvereine fit für die Zukunft zu machen. Das tun wir mit Vereinsticket – einer für Amateursportvereine kostenfreien Plattform, auf der sich Vereine genau die (Digital-)Lösungen herauspicken können, die ihnen helfen.

Vereinsticket bietet viele Möglichkeiten, die auch und gerade für Golfvereine interessant sind. Allen voran eine ausgefeilte Ticketing-Lösung, mit der Vereine sich innerhalb weniger Minuten einen eigenen Online-Ticketshop erstellen und darüber (und über eine vereinseigene Seite in der VT Fansports App) Startzeiten buchbar machen können.

Das Payment-Modul ist mindestens ebenso relevant: Hiermit versetzen sich Vereine in die Lage, bargeldlose Zahlungen entgegenzunehmen. Das ist bequem für Besucher, die ihre Greenfee mit Kreditkarte oder Online-Überweisung bezahlen können. Für eingetragene Vereine fallen weder Einrichtungs- noch Betriebs- oder Transaktionskosten an.

Schläger

Da beim Golf eine große Bandbreite an unterschiedlichen Schlägen (bezüglich Weite, Höhe, etc.) durchgeführt werden muss, gibt es je nach Anforderungen auch unterschiedliche Schläger. Wir haben dir hier aufgelistet, in welchen Fällen welcher Schläger verwendet wird:

  • Driver (1er Holz) – Aufgrund seines großen Schlägerkopfs wird er normalerweise nur für den Abschlag (also den ersten Schlag auf einer Bahn) verwendet.
  • Fairwayholz: Wird wie der Driver für sehr weite Schläge verwendet. Aufgrund des flacheren Schlägerkopfs allerdings erst ab dem zweiten Schlag, da der flache Kopf besser über das kurz gemähte Gras des Fairways gleiten kann. Das Fairwayholz wird daher in solchen Fällen dem Driver vorgezogen.
  • Hybrid: Eine Mischung aus Fairwayholz und Eisen mit einem kürzeren Schaft, die vor allem von Amateuren, teilweise aber auch von Profis eingesetzt wird. Grund dafür ist, dass der Schlägerkopf und der kurze Schaft Ungenauigkeiten beim Schlag besser kompensieren, als dies bei Fairwayhölzern oder Eisen normalerweise der Fall ist. Kommt ebenfalls bei größeren Schlagweiten zum Einsatz.
  • Eisen: Lassen sich für sämtliche Schlagformen einsetzen. Die verschiedenen Eisen sind von 1 bis 9 durchnummeriert. Je höher die Zahl des Eisens ist, desto geneigter ist dessen Schlagfläche und desto höher können die Bälle damit geschlagen werden.
  • Wedge: Aufgrund des besonders hohen Neigungswinkels der Schlagfläche kommt das Wedge vor allem zum Einsatz, wenn der Ball einen besonders steilen Flugwinkel haben soll. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Ball aus einem Sandbunker geschlagen wird.
  • Putter: Der Putter kommt zum Einsatz, sobald der Ball das Green erreicht hat und "nur noch" flach ins Loch gespielt werden muss.

Mehr über die einzelnen Schläger und ihre Besonderheiten erfährst du entweder hier oder im folgenden Video.

Kleidung

Generell lassen sich die Kleidervorschriften nicht auf alle Golfplätze verallgemeinern, da je nach Geschichte und Zielgruppe auf einzelnen Golfplätzen unterschiedlich strenge Regeln gelten. Auch wenn die folgenden Regeln bei der Mehrheit der Golfplätze gelten, lohnt es sich daher im Vorfeld beim entsprechenden Platz nachzufragen.

Bezüglich Kopfbedeckungen gilt für beide Geschlechter, dass Baseballcaps und Mützen ausschließlich mit dem Schirm nach vorne getragen werden dürfen.

Als Schuhe sollten idealerweise Golfschuhe mit Plastiknoppen getragen werden. Zur Not werden normalerweise auch bequeme Sportschuhe akzeptiert, solange diese eine neutrale Farbe und keine auffälligen Logos haben. Besonders wichtig ist zudem die Sauberkeit der Schuhe, dafür gibt es vor Ort oftmals besondere Putzmaschinen.

Typisches Outfit für Damen

Als Frau trägt man entweder eine Stoffhose, die bis zum Knie oder zum Knöchel reicht oder einen Stoffrock. Leggings, Jogginghosen, Hotpants und Dreiviertelhosen sind nicht gestattet.

Als Oberteil sind ein Lang- oder kurzärmliges Shirt, welches im Hosen- oder Rockbund steckt, geeignet. Ideal sind normalerweise Poloshirts mit Kragen. Trägertops und bauch- oder rückenfreie Oberteile sind hingegen nicht gestattet.

Typisches Outfit für Herren

Auf vielen Golfplätzen weltweit herrscht Kragenpflicht, daher sollten Poloshirts oder Hemden mit Kragen getragen werden. Die Hemden sollten üblicherweise in der Hose getragen werden. T-Shirts und Hemden ohne Kragen sind hingegen dementsprechend nicht erlaubt. Gleiches gilt für Tank Tops und Muskelshirts.

Neben langen Hosen dürfen auch kurze Hosen, die bis zum Knie reichen, getragen werden. Wenn jedoch kurze Hosen getragen werden, müssen die Socken eine neutrale Farbe haben. Zu kurze Hosen, aber auch Dreiviertelhosen sind nicht gerne gesehen. Jeans sind heutzutage auf manchen Plätzen erlaubt, allerdings nur dann, wenn sie weder ausgewaschen noch zerrissen sind. Wesentlich sicherer ist es allerdings, Stoffhosen zu tragen.

Training, Schlägerset & Platzreife - Kosten für den Einstieg in den Golfsport

Golftraining & Platzreife: Um die Platzreifeprüfung zu bestehen, welche benötigt wird, um selbstständig Golf spielen zu dürfen, führt an Trainingsstunden mit einem Clubpro kein Weg vorbei. Eine solche Stunde kostet üblicherweise zwischen 40 und 50€. Empfohlen werden zwischen 10 und 12 Stunden. Wenn das Training in einer Gruppe durchgeführt wird, können die Kosten für die Trainingsstunden auch niedriger ausfallen. Zusätzlich werden für die Prüfung zur Platzreife an sich oft 2 weitere Trainerstunden berechnet.

Mitgliedschaft in einem Golfclub: Für eine Vollmitgliedschaft bei einem Club des deutschen Golfverbands zahlst du im Schnitt knapp 1200€. Bei den “günstigsten” Vereinen ist eine solche Mitgliedschaft teilweise auch für 800€ zu haben, niedrigere Preise für eine Vollmitgliedschaft gibt es nicht. Alternativ kannst du dir stattdessen auch für circa 200€ pro Jahr eine Fernmitgliedschaft sichern. Während eine Vollmitgliedschaft dir jedoch erlaubt, bei deinem Heimatclub ganzjährig umsonst Golf zu spielen, musst du bei einer Fernmitgliedschaft für jedes Spiel eine Greenfee bezahlen. Gleiches gilt, wenn du mit einer Vollmitgliedschaft auf einem fremden Platz spielen möchtest.

Schlägerset (für Einsteiger): Ein anfängertaugliches Schlägerset ist inklusive Tasche ab knapp 450€ zu haben. Nach oben sind preislich natürlich keine Grenzen gesetzt.

Weitere Kosten: Weitere kleinere Investitionen, die auf Golf-Neulinge zukommen sind, Bälle (ab 1€ pro Stück) und Tees (ab 0,10€ pro Stück), sowie Golfschuhe (ab 60€) und spezielle Handschuhe (ab 12€). Es wird beim Golfen normalerweise nur ein einzelner Handschuh getragen, welcher an der nicht dominanten Hand angezogen wird, da diese beim Schlag den meisten Druck abbekommt. Mehr Informationen zu den Kosten, die auf Golf-Einsteiger zukommen, erhältst du hier.

Fairway, Green & Rough - Die wichtigsten Begriffe auf dem Golfplatz

Anders als die meisten anderen Sportanlagen ist jeder Golfplatz und jede Golfbahn individuell und einzigartig. Dennoch gibt es eine Menge Begrifflichkeiten und Elemente, die man auf sämtlichen Bahnen findet. Einen Überblick über den typischen Aufbau einer Golfbahn bekommst du in dieser Grafik:

Abschlag (Tee): Der Punkt, an dem der erste Schlag erfolgen muss, wird entweder "Abschlag" oder "Tee" (gesprochen: Ti) genannt. Je nach Niveau schlagen Golfer von unterschiedlichen Tees ab. Diese sind farblich markiert. Welche Farbe für welches Niveau steht, variiert von Anlage zu Anlage.

Fairway: Der Fairway ist die kurz gemähte Fläche zwischen Abschlag und dem Green.

Rough: Das Rough besteht üblicherweise aus hochgewachsenem Rasen oder Büschen, Sträuchern und Bäumen. Es macht oft einen Großteil des Platzes aus und trennt die einzelnen Bahnen voneinander.

Sandbunker: Der Sandbunker dient beim Golf als Hindernis und hat dementsprechend einige Zusatzregeln. Beispielsweise darf der Schläger im Sandbunker vor dem Schlag nicht den Sand berühren. Je nach Lage des Bunkers wird zwischen Fairway und Grünbunkern unterschieden.

Wasserhindernis: Wasserhindernisse sind mit roten oder gelben Pfählen gekennzeichnete Wasserflächen auf dem Golfplatz. Grund für diese Kennzeichnung ist, dass dadurch Wasserhindernisse von zeitweiligem Wasser (z.B. durch Regen) unterschieden werden können.

Green (Grün): Als Green bzw. Grün wird die besonders kurz gemähte Fläche bezeichnet, die das Loch unmittelbar umschließt. Hier wird der Ball nur noch flach über den Rasen geschlagen ("geputtet"). Die Schwierigkeit des Puttens wird oft unterschätzt. Selbst Profi-Golfer brauchen hier im Schnitt oft 2 Schläge oder sogar mehr.

Loch: Das Loch beim Golf ist kreisrund und muss mindestens einen Durchmesser von 10,79cm haben.

Handicap

Das Handicap beschreibt die Spielstärke eines Amateurgolfers und soll dazu dienen, die Ergebnisse unterschiedlich starker Golfer vergleichen zu können. Es drückt vereinfacht gesagt die Anzahl an Schlägen aus, die man bei einer Runde mit 18 Löchern Vorsprung auf einen Golfer mit 0er-Handicap bekommen würde.

Seit Anfang 2021 wird als Grundlage für das Handicap der World Handicap Index genommen. Dieser berechnet sich aus den besten 8 Ergebnissen der letzten 20 Runden. Bei Golf-Anfängern, die noch keine 20 Runden gespielt haben, wird diese Regelung entsprechend angepasst. Bei Golfern, die erst 5 oder weniger Runden gespielt haben, wird beispielsweise das beste Ergebnis gewertet. Alle wichtigen Informationen zum World Handicap Index und eine vollständige Tabelle, wann welche Runden gewertet werden, findest du hier.

Die zentrale Berechnungsgröße zur Ermittlung des World Handicap Index ist das Score Differential. Dafür zählen folgende Faktoren:

  • Gewertetes Brutto-Ergebnis (GBE): Damit sind die insgesamt benötigten Schläge gemeint. Um zu vermeiden, dass ein besonders schlechtes Ergebnis bei einem einzelnen Loch einen zu starken Einfluss auf das Handicap hat, wird kein Bahnergebnis schlechter als Netto-Double-Bogey (2 über “persönlichem Par”) gewertet
  • Course Rating (CR): Die Vorgabe des Platzes, also die addierten Ergebnisse aller Pars
  • Slope Rating (SR): Dieses Rating drückt die Schwierigkeit eines Golfplatzes aus. Man findet es auf der Scorekarte, die man auf dem jeweiligen Platz bekommt

Die Formel zur Berechnung lautet: ((Gewertetes Brutto Ergebnis - Course Rating) / Slope Rating) x 113

Da das natürlich relativ kompliziert ist, gibt es glücklicherweise mehrere Seiten, auf denen du dein Handicap automatisch berechnen lassen kannst. Eine davon haben wir dir hier verlinkt.

Weitere Fachbegriffe

Par: Ein Par ist der Standardwert an Schlägen, den ein guter Golfspieler benötigt, um eine bestimmte Golfbahn zu beenden (Par = Professional Average Result). Um das Par eines Lochs zu ermitteln, wird in Deutschland aktuell folgende Einteilung verwendet:

Par Entfernung zwischen Abstand und Loch
3 Bis zu 200m (Damen) bzw. bis zu 235m (Herren)
4 185m bis 385m (Damen) bzw. 220 bis 450m (Herren)
5 350m oder mehr (Damen) bzw. 415m oder mehr (Herren)

Bogey: Überschreitet ein Golfer, den Par-Wert um einen Schlag, dann wird das als Bogey bezeichnet. Beispielsweise wenn er an einem Par-4-Loch mit 5 Schlägen einlocht. Benötigt er 2 Schläge mehr als Par, so spricht man von einem Double Bogey und bei 3 Schlägen über Par von einem Triple Bogey.

Birdie: Wenn ein Golfer einen Schlag weniger benötigt als für ein Par vorgegeben ist, dann wird das als Birdie bezeichnet. Beispielsweise wenn er an einem Par-4-Loch mit 3 Schlägen einlocht. Seinen Ursprung soll der Begriff “Birdie” laut dem County Club Atlantic City im Jahr 1903 haben, als ein Golfer dort einen guten Schlag als “bird of a shot” bezeichnete, da das Wort “bird” damals umgangssprachlich auch für “ausgezeichnet” stand. Ausgehend von der Bezeichnung Birdie wurden auch alle anderen Ergebnisse unterhalb von Par nach Vögeln benannt.

Eagle: Benötigt ein Golfer sogar 2 Schläge weniger als für ein Par vorgegeben sind, so spricht man von einem Eagle. Wie oben bereits erwähnt ist der Name an die Bezeichnung Birdie angelehnt. Da ein Eagle nochmal besser als ein Birdie ist, wurde als Namensgeber hier auch ein großer Vogel ausgewählt.

Albatross: Wenn die Anzahl an Schlägen für ein Par sogar um 3 Schläge unterboten wird, wird von einem Albatross gesprochen. Der Name Albatross wurde ausgewählt, da der Albatross nochmal größer und schwerer als ein Adler (Eagle) ist und somit als Steigerung zum Eagle passt.

Bezeichnung Schläge über/unter Par Anzahl an Schlägen bei Par 4
Albatross 3 unter Par 1
Eagle 2 unter Par 2
Birdie 1 unter Par 3
Par 0 4
Bogey 1 über Par 5
Double Bogey 2 über Par 6
Triple Bogey 3 über Par 7

Hole in One: Versenkt ein Golfer seinen Ball mit einem Schlag im Loch, wird das als Hole in One (deutsch: Loch in 1) bezeichnet. Alternativ wird ein solcher Schlag auch als “Ace” bzw. Ass bezeichnet. Die Chance für einen Amateur, ein Hole in One zu erzielen, liegt im Schnitt bei 1:12.500. Und selbst bei Profis liegt die Chance laut der “Hole in One Insurance” gerade mal bei 1:2500. Ein besonders schönes Beispiel für einen solchen Schlag siehst du im folgenden Video:

Wie wird gespielt? - Regelwerk und Zählweisen im Golf

Das Spielprinzip beim Golf ist wohl jedem bekannt: Mit möglichst wenigen Schlägen muss der Golfball vom Abschlag (Tee) in ein Loch gespielt werden. Allerdings gibt es dabei eine Menge Regeln zu beachten. So viele, dass selbst Profigolfer immer wieder aus Unkenntnis Regelverstöße begehen. Grund für das komplexe Regelwerk ist die Tatsache, dass durch das Spiel im Freien und auf unterschiedlichen Bahnen eine immense Zahl an Sonderfällen berücksichtigt werden muss. Um das Golfspiel verständlicher und attraktiver für neue Spieler zu machen, wurden die Regeln 2019 jedoch immerhin von 34 auf 24 reduziert. Einen kurzen Überblick über die wichtigsten Regeln und die verschiedenen Zählweisen bekommst du in den folgenden Abschnitten:

Die wichtigsten Regeln im Golf

  • Der Ball muss so gespielt werden, wie er liegt. Er darf also nicht in eine bessere Position gelegt werden.
  • Der Golfball darf während der Golfrunde nicht ausgewechselt werden. Ausnahmen sind beispielsweise, wenn der Ball auf der Runde verloren gehen sollte oder in einem Wasserhindernis landet.
  • Wenn der Ball unauffindbar ist, erhält der Spieler einen Strafschlag und muss den nächsten Schlag an der Stelle wiederholen, wo er den missglückten Schlag durchgeführt hatte. Gleiches gilt, wenn der Ball im Aus landet.
  • Wenn ein Ball besonders schlecht liegt, kann er vom Spieler für unspielbar erklärt werden. Der Spieler kann dann entweder den Schlag von der Stelle spielen, an der er den letzten Schlag ausgeführt hat, die Position des Ball um 2 Schlägerlängen verändern oder den Ball auf einer gedachten Linie zwischen Loch und unspielbarem Ball beliebig weit vom Loch entfernen, solange sich dabei die Distanz zwischen Ball und Loch vergrößert. Allerdings erhält der Spieler hierfür einen Strafschlag.
  • Auf dem Boden liegende Blätter und Äste ("lose hinderliche Naturstoffe") oder Gegenstände wie Wegmarkierungen, die "ohne unangemessene Verzögerung des Spiels bewegt werden" können, dürfen straffrei vor dem Schlag entfernt werden. Bei sogenannten "unbeweglichen Hemmnissen" - also beispielsweise einer angeschraubten Sitzbank, die nicht aus dem Weg geräumt werden kann, darf der Ball straffrei um innerhalb einer Schlägerlänge verschoben werden.
  • Wenn der Ball im Sandbunker liegt, darf der Sand vor dem Schlag nicht mit dem Schläger berührt werden. Außerdem darf der Sand nicht absichtlich mit der Hand oder einem Gegenstand berührt werden, um die Beschaffenheit des Sandes zu prüfen. Beides wird mit einem Strafschlag geahndet.
  • Wenn der Ball auf dem Green liegt, darf er ihn beim Putt nicht gegen die Fahnenstange schlagen. Daher wird in diesem Fall die Fahne normalerweise von einem Mitspieler aus dem Loch herausgenommen.

Zählweisen & Spielformen

Zählspiel: Das Zählspiel ist die Spielform, die Neulingen wohl am geläufigsten ist. Hier werden alle Schläge, die für die einzelnen (in Turnieren üblicherweise 18) Bahnen gebraucht wurden, zusammengezählt. Unterschieden wird hierbei zwischen brutto und netto. Brutto bedeutet, dass die tatsächlich benötigten Schläge gezählt werden. Netto hingegen heißt, dass die benötigten Schläge in Relation zur generellen Spielstärke der Golfer gesetzt werden. Hier gewinnt also nicht zwingend der Golfer, der weniger Schläge benötigt hat, sondern derjenige, der in Relation zu seinem üblichen Niveau die bessere Leistung erzielt hat.

Hierzulande hat sich zudem das Zählspiel nach Stableford durchgesetzt. Nach dieser Zählweise wird in Deutschland auch das Handicap berechnet. Dabei können pro Loch 0 bis 5 Punkte erzielt werden (Je nach Handicap können diese Punktzahlen variieren). Bleibt der Spieler bei einem Loch 3 Schläge unter Par, erhält er 5 Punkte, liegt er 2 oder mehr Schläge über Par, erhält er hingegen 0 Punkte. Dazwischen erhält er abgestuft immer einen Punkt weniger. Der Vorteil dieser Zählweise ist, dass eine besonders schlechte Leistung an einem einzelnen Loch keinen so extremen Einfluss auf das Gesamtergebnis hat.

Lochspiel: Beim Lochspiel steht anders als beim Zählspiel nicht die Gesamtzahl an Schlägen im Vordergrund, sondern die Anzahl an “gewonnenen” Löchern. Um ein Loch zu gewinnen, muss man das entsprechende Loch mit weniger Schlägen als der Gegner absolvieren. Der Spieler, der am Ende die meisten Löcher für sich entschieden hat, gewinnt das Spiel. Sollte es nach der letzten Bahn unentschieden stehen, wird so lange weitergespielt, bis ein Sieger ermittelt werden kann. Bis Mitte des 18.Jahrhunderts das Zählspiel eingeführt wurde, war das Lochspiel die einzige Spielform. Lochspiele haben für das Handicap eines Spielers keine Relevanz.

Aus Schottland in die Welt - Die Geschichte des Golfsports

Die ersten offiziellen Aufzeichnungen zum Golfsport stammen aus dem Jahr 1457 aus Schottland. Damals wurde Golfen vom schottischen Parlament verboten, da stattdessen das Bogenschießen gefördert werden sollte, um die Bevölkerung besser auf einen anstehenden Krieg mit England vorzubereiten. Man kann daher davon ausgehen, dass Golf vor dem Verbot in Schottland bereits sehr verbreitet war.

Das Verbot wurde erst 1502 wieder aufgehoben. Zum einen, da in diesem Jahr der “ewige Frieden” mit England geschlossen wurde und die Grundlage des Verbots damit wegfiel. Zum anderen, da der damalige schottische König James IV selbst begeisterter Golfer war.

Durch diese königliche Unterstützung setzte sich der Sport in den Folgejahren auch zunehmend in England durch und erreichte von dort aus im Laufe der Zeit auch Amerika und das europäische Festland. Nach Frankreich wurde der Sport durch die schottische Königin Maria Stuart gebracht. Sie prägte auch den Begriff des “Caddys”. Dieser war eine Abkürzung für die Kadetten, die sie beim Golf begleiteten.

50 Jahre nach Aufhebung des Golf-Verbots entstand im schottischen St. Andrews der erste Golfplatz der Welt. Zuvor wurde einfach in der normalen Landschaft gegolft. Auch heutzutage gilt St. Andrews noch als “Heimat des Golfs”. Hier werden auch heutzutage noch vom Royal and Ancient Golf Club of St Andrews die internationalen Regeln festgelegt.

In Deutschland wurde 1893 mit dem Wiesbadener Golf-Club der erste deutsche Golfclub gegründet. 14 Jahre späte gründeten 8 Vereine in Hamburg den Deutschen Golf Verband. Der Verband umfasst heutzutage 850 Vereine und über 651.000 Spieler.

Tiger Woods & Co - Bekannte Golfer aus Deutschland und den USA

Jack Nicklaus (USA): Gewann zwischen 1962 und 1986 insgesamt 18 Major-Turniere und damit so viele wie kein anderer Golfer jemals. Heutzutage ist er mit seiner Firma Golden Bear einer der größten Golfplatzarchitekten weltweit.

Tiger Woods (USA): Heutzutage der bekannteste Golfer weltweit und mit 120 Millionen US-Dollar der Golfer, der die höchste Summe an Preisgeld in seiner Karriere erspielt hat. Er gewann insgesamt 15 Major-Turniere und damit hinter Jack Nicklaus die zweitmeisten.

Phil Mickelson (USA): Durch seinen Sieg bei der PGA Championship 2021 im Alter von 50 Jahren ist er der älteste Spieler, der jemals ein Major-Turnier im Golf gewinnen konnte. Zudem war er von 1994 bis 2018 in jedem Ryder Cup Teil des amerikanischen Teams und hat die USA damit öfter in diesem Turnier vertreten, als jeder andere Golfer. In die Kritik geraten ist Mickelson zuletzt durch seine Spielsucht und seine Beteiligung an der mit saudischem Geld finanzierten LIV Golf Invitational-Wettkampfserie.

Martin Kaymer (Deutschland): Neben Bernhard Langer der einzige deutsche Golfer, der bislang 2 Major-Turniere gewinnen konnte. 2011 führte er zudem 8 Wochen lang die Golf-Weltrangliste an. Höhepunkt seiner Karriere war jedoch der entscheidende Schlag beim Ryder Cup 2012. Damals musste er nach einer spektakulären Aufholjagd des europäischen Teams aus 2 Metern Entfernung den entscheidenden Putt einlochen, um seinem Team den Sieg zu sichern. Obwohl Kaymer vor dem Turnier in einer Formkrise steckte, behielt er die Nerven und vollendete damit das “Wunder von Medina”.

Matthias Schmid (Deutschland): Der 24-jährige ist seit vergangenem Jahr offiziell Profi und aktuell das aussichtsreichste deutsche Talent. In seiner ersten Profisaison wurde er auf der European Tour direkt als “Rookie of the Year” - also als Neuling des Jahres – ausgezeichnet. Zudem gewann er 2019 und 2020 jeweils die Amateur-Europameisterschaft.

Bernhard Langer (Deutschland): Hat 1985 als erster deutscher Golfer ein Major-Turnier gewonnen und ist seit 2002 Teil der World Golf Hall of Fame. Beim US-Masters 2020 war er zudem mit 63 Jahren der älteste Golfer, der jemals an einem Major-Turnier teilgenommen hat. Golf-Fans bleibt er vor allem durch seinen legendären Schlag aus einer Astgabel beim Golf-Turnier in Fulford aus dem Jahr 1981 in Erinnerung. Das Video dazu findest du hier:

Major-Turniere & Ryder Cup - Die wichtigsten Wettbewerbe im Golf

Ryder Cup: Ein Turnier zwischen den besten Golfern aus Europa und den USA, welches alle 2 Jahre ausgetragen wird. Der nächste Ryder Cup findet vom 29.September bis 1.Oktober 2023 in Rom statt. Titelverteidiger sind aktuell die USA, nachdem sie im vergangenen Jahr das europäische Team mit 19:9 besiegt haben. Von den bisherigen 43 Ausgaben des Ryder Cups konnte das amerikanische Team 27mal gewinnen, während das europäische Teams bislang nur 14 Siege vorzuweisen hat. Bei 2 Turnieren (1969 und 1989) kam es zu einem Unentschieden.

Olympia: Nachdem Golf bereits 1900 und 1904 Teil des olympischen Programms war, fand die Sportart bei den Spielen von 2016 in Rio de Janeiro nach 112 Jahren wieder den Weg auf die olympische Bühne. Dort hat der Sport sich seitdem etabliert und wird sowohl in Paris 2024 als auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in Los Angeles 2028 ausgetragen. Bei den letzten Spielen in Tokio im vergangenen Jahr gewannen mit Xander Schauffele und Nelly Korda sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen Athleten aus den USA.

Major-Turniere im Golf: Im Golfsport gibt es bei den Herren insgesamt 4 Turniere, die als Majors gewertet werden, Dazu zählen die US Masters, die jährlich in Augusta, Georgia in den USA ausgetragen werden, die PGA Championship, die jedes Jahr an einem anderen US-Amerikanischen Golfplatz ausgetragen wird, die US Open und The Open Championship – das einzige Major-Turnier, welches außerhalb der USA ausgetragen wird.

Turnier Erstaustragung Austragungsort Preisgeld Termin
US Masters 1934 Augusta National Golf Club (USA) 15 Mio $ 7. bis 10.April
PGA Championship 1916 USA 11 Mio $ 19. bis 22.Mai
US Open 1895 USA 12,5 Mio $ 16. bis 19.Juni
The Open Championship 1860 Schottland, England, Nordirland (UK) 11,5 Mio $ 14. bis 17.Juli

BMW Golf Cup: Für Amateurgolfer hierzulande ist der BMW Golf Cup wohl das Highlight schlechthin. Über 10.000 Freizeitgolfer spielen allein in Deutschland jedes Jahr um den Einzug ins Weltfinale. Gespielt wird in 3 Klassen: Herren A (Handicap-Index bis 12,4), Herren B (Handicap-Index zwischen 12,5 und 28,4) und Damen (Handicap-Index bis 28,4). Von April bis August werden in diesen Klassen auf regionaler Ebene bis zu 75 Qualifikationsturniere veranstaltet, bei denen sich die Sieger für die beiden Landesfinals qualifizieren. Die Sieger der Landesfinals spielen wiederum im Deutschlandfinale auf Sylt um den Einzug ins Weltfinale, wo sie dann in einem Turnier mit Golfern aus knapp 40 Nationen die deutschen Farben vertreten. Was die Golfer beim Weltfinale erwartet, siehst du im folgenden Video:

Super League Golf (LIV Golf Invitational): Der jüngste und umstrittenste internationale Golfwettbewerb ist aktuell wohl die Wettkampfserie von LIV Golf, die der Vorläufer für eine “Super League Golf” werden soll. Ähnlich wie die Super League im Fußball, die im April 2021 die Gemüter erhitzte, stoßen auch die Wettkämpfe von LIV Golf auf massive Ablehnung bei den Verbänden. Die PGA hat ihren Sportlern die Freigabe für die Teilnahme an den Wettbewerben verweigert. Dennoch soll das erste Turnier der Wettkampfserie vom 9. bis 11.Juni in London stattfinden. Von den 48 angekündigten Teilnehmern wurde einen Monat vor Beginn jedoch noch kein Spieler veröffentlicht. Durch Unterstützung aus fragwürdigen Quellen wie einem saudi-arabischen Fond, kann die Liv Golf Invitational-Serie allerdings mit gigantischen Preisgeldern locken. Für die 8 Wettkämpfe in diesem Jahr ist insgesamt ein Preisgeld von 255 Millionen US-Dollar veranschlagt. Die komplette Wettkampfserie wird in diesem Jahr live auf Youtube und auf der Internetseite von LIVGolf übertragen.

Deutsche Golf Liga - die Ligastruktur in Deutschland im Überblick

Der Spielbetrieb der Golfvereine in Deutschland wird von der Deutschen Golf Liga organisiert. Sie gliedert sich in insgesamt 5 Ebenen:

  • 1.Bundesliga
  • 2.Bundesliga
  • Regionalliga
  • Oberliga
  • Landesliga

Die Struktur ist bei Damen und Herren jeweils identisch, allerdings gibt es die Landesliga nur im Herren-Bereich. Bei den Damen ist die Oberliga bereits die unterste - von der Deutschen Golf Liga organisierte - Spielklasse. Unterhalb dieser Spielklassen gibt es noch die Gruppenligen, welche jedoch über die Landesverbände und nicht über die Deutsche Golf Liga veranstaltet werden.

Wenn du wissen möchtest, wie ein Ligaspieltag beim Golf aussieht, dann schau dir gerne auch unseren Beitrag zum Saisonauftakt in der Landesliga Mitte 1 an. Dort findest du neben einer Zusammenfassung auch zahlreiche Bilder vom Spieltag.

Hier geht's zum Saisonauftakt der Landesliga-Golfer in Trier

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