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Erobert “eSport” die Vereinswelt?

Neben dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wagt sich auch der Deutsche Basketball Bund (DBB) auf das Terrain des “eSport”. Was es mit dem virtuellen Sport auf sich hat und warum immer mehr traditionelle Verbände und Vereine sich auf digitale Wettkämpfe einlassen, beleuchten wir im Folgenden.

Was ist eSport?

Der eSport-Bund Deutschland e.V. (ESBD), ein 2017 gegründeter Interessenverband zur Förderung von eSport, definiert den Begriff wie folgt:

eSport ist der unmittelbare Wettkampf zwischen menschlichen Spieler/innen unter Nutzung von geeigneten Video- und Computerspielen an verschiedenen Geräten und auf digitalen Plattformen unter festgelegten Regeln. Der Vergleich der sportlichen Leistung im eSport bestimmt sich aus dem Zusammenwirken einer zielgerichteten Bedienung der Eingabegeräte in direkter Reaktion auf den dargestellten Spielablauf bei gleichzeitiger taktischer Beherrschung des übergreifenden Spielgeschehens. Bezugsobjekt der sportlichen Tätigkeit sind Videospiele, die in ihrem Aufbau und ihrer Wirkungsweise den Anforderungen an die sportliche Leistungsermittlung genügen, den Spielerfolg nicht überwiegend dem Zufall überlassen und einen reproduzierbaren Spielrahmen zum Vergleich der Leistung zwischen den Spieler/innen bieten.

Vereinfacht gesagt geht es also um einen sportlichen Wettkampf mit Computerspielen. Die Regeln, nach denen die Einzelspieler oder Teams gegeneinander antreten, ergeben sich dabei einerseits aus der Software bzw. dem Spiel und andererseits aus externen Wettkampfbestimmungen. Gespielt wird auf Computern oder Spielekonsolen, beliebte Spiele sind Sportsimulationen wie die der FIFA-Reihe.

Häufig gespielt werden darüber hinaus Games wie "League of Legends", "Dota" oder "Counter-Strike". Allerdings hat der Deutsche Olympische Sportbund - der eSport (noch) nicht als Sportart anerkennt - klargestellt, dass er solche Titel dem Bereich “eGaming” zuordnet. “Virtuelle Sportarten” sollten hingegen die Übertragung von existierenden Sportarten in die virtuelle Welt umfassen.

Im Ausland, insbesondere in Asien, ist eSport dagegen weit verbreitet, so die Deutsche Welle: “In Südkorea wurde bereits im Jahr 2000 mit der Korean e-Sports Association ein Dachverband gegründet, um eSport in Südkorea zu etablieren und zu verwalten. Auch in anderen Ländern wie Japan, Brasilien, den USA oder Frankreich ist eSport inzwischen eine anerkannte Sportart.”

Im kommenden Jahr werden erstmals olympische Medallien an virtuelle Wettkampfsieger verliehen: Das Asiatische Olympische Komitee hat eSport ins Programm für die Asienspiele aufgenommen.

Sportverbände und -vereine öffnen sich für eSport

Mit dem “DFB-ePokal powered by ERGO” hat der Deutsche Fußball-Bund als erster Fußballnationalverband der Welt einen landesweiten Pokalwettbewerb für virtuellen Fußball ins Leben gerufen. Das erste FIFA-Duell fand am 21 November 2020 statt.

Der Deutsche Basketball Bund hat sich kürzlich erstmals auf das Terrain des eSports begeben. Bei den den FIBA ESPORTS OPEN II hat das deutsche Team sogar das Final erreicht. Ob weitere Turnierteilnahmen folgen, weiß der DBB noch nicht: “Für uns ist das ein erster Testlauf in diesem Bereich. Wir wollen uns diesem Thema nicht verschließen und jetzt erst einmal reinschnuppern. Grundsätzlich sind wir für eine künftige Struktur offen, aber jetzt geht es erst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln, um dann strategisch an dieser Thematik weiterzuarbeiten“, sagte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt vor dem Turnier auf der Verbands-Website.

Grundsätzlich besteht die deutsche eSport-Landschaft “je nach Spieltiteln aus unterschiedlichen Turnier- und Ligenformaten, die in Größe, regionaler Verankerung und Preisgeld deutlich variieren”, weiß der eSport-Bund Deutschland.

Im Bereich eFootball freut sich die Virtual Bundesliga Club Championship, die die Deutsche Fußball Liga in Kooperation mit EA SPORTS ausrichtet, über eine Rekordbeteiligung von 26 Teams in der Saison 2020/2021. Die Teilnehmer sind der FC Augsburg, Hertha BSC, VfL Bochum 1848, Eintracht Braunschweig, SV Werder Bremen, SV Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt, SpVgg Greuther Fürth, Hamburger SV, Hannover 96, 1. FC Heidenheim 1846, TSG Hoffenheim, Holstein Kiel, 1. FC Köln, RB Leipzig, Bayer 04 Leverkusen, 1. FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Nürnberg, SC Paderborn 07, FC St. Pauli, SSV Jahn Regensburg, SV Sandhausen, FC Schalke 04, VfL Wolfsburg und FC Würzburger Kickers.

Gaming eSport

Beliebte eSport-Disziplin: Fußball

Auch Amateurteams entdecken den eSport für sich. So hat sich jüngst an der Mosel die Esports Liga Trier gegründet. Mitspielen dürfen ausschließlich Mitglieder von Vereinen der Region. Ein Blick auf die Tabellen der Ligen Trier/Eifel, Trier/Saar und Mosel/Hochwald beweist, dass das Interesse groß ist.

eSport als Chance für Sportvereine?

Doch warum engagieren sich traditionelle Sportvereine und -verbände im digitalen Sport? Hierauf hat Rainer Koch, präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, bereits im November 2019 eine aufschlussreiche Antwort gegeben:

Wenn der Fußballklub weiterhin für junge Menschen attraktiv bleiben will, muss er sich an den Bedürfnissen junger Menschen orientieren und die Realitäten akzeptieren, anstatt sie zu negieren und weiter stur im Gestern zu leben. Viele Kinder spielen heute nicht mehr nur Fußball auf dem Bolzplatz – und schon gar nicht mehr rund um die Uhr. Smartphones und Computer sind zum ständigen Begleiter unserer Jugend geworden, ob uns das nun gefällt oder nicht. Und deshalb ist es aus meiner Sicht eine schöne Sache, dass man unser Fußballspiel virtuell fortsetzen kann.

FIFA ist in meinen Augen letztlich nichts Anderes als das moderne Tipp-Kick! Wir unterstützen nicht jede Form von eSports, sehr wohl aber in Übereinstimmung mit dem DOSB alle Formen von virtuellen Fußball-und anderen Sportsimulationen.

Wir erkennen, dass viele unserer aktiven Fußballer und Fußballerinnen auch an der Konsole spielen und gegeneinander antreten wollen, deshalb stellt sich für uns eine ganz wichtige Frage: Schauen wir einfach zu, wie andere mit der virtuellen Spielform von Fußball Angebote organisieren und sich dort früher oder später Parallelstrukturen bilden? Oder nehmen wir es selbst in die Hand? Ich meine, wir sollten im Verein und Verband für alles zuständig sein, was mit Fußball zu tun hat und deshalb ist eFootball für uns Fußballer ein Thema! Wer das in Frage stellt, lebt an der Realität vorbei.

Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands

Es geht also letztlich darum, auf einem Kanal präsent zu sein, auf dem sich zukünftige Vereinsmitglieder aufhalten. Dass sich viele traditionelle Sportvereine mit virtuellen Spielen schwer tun, ist verständlich. Schämen brauchen sie sich dabei aber keinesfalls, schließlich zeichnen sich gute Gamer durch Fähigkeiten aus, die viele “analoge” Sportler ebenfalls benötigen, zum Beispiel eine enorme Reaktionsschnelligkeit und taktisches Verständnis. Spielen mehrere Spieler gemeinsam in einem Team, müssen sie zudem über gute kommunikative und soziale Fähigkeiten verfügen.

Sportvereine, eSport, Digitalisierung


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