Vereinstalk mit Sprinterin Sophia Junk
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Sprinterin Sophia Junk über ihren Weg zur Profisportlerin

Sophia Junk ist Profisprinterin. Die 23-Jährige läuft bei den ganz Großen mit und hat sich 2021 nur haarscharf nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert. Wir haben mit ihr über ihren Weg in den Profisport, die Arbeit von Vereinen in der Leichtathletik sowie ihre Zukunftspläne gesprochen.

Sophia, mit deinen 23 Jahren hast du schon einige Erfolge im Sprint gefeiert. Wieso ist es genau diese Leichtathletik-Disziplin geworden?

Mit sieben Jahren habe ich mit der Leichtathletik begonnen. Zunächst habe ich ein normales Kinderleichtathletiktraining gemacht, welches zu Beginn Laufen, Springen und Werfen beinhaltete. Im Laufe der Zeit wurden die Übungen spezifischer und vielfältiger. Bis ich 14/15 Jahre alt war habe ich deshalb Mehrkampftraining absolviert. In dieser Zeit hat sich aber herausgestellt, dass das Sprinten mir am besten liegt.

Deswegen liegt, seit ich 15 bin, der Sprint bei mir im Fokus und ich trainiere in einer Sprintgruppe.

Sophia Junk
Sophia Junk bei der WM in Oregon

Sophia Junk bei der Leichtathletik-WM in Oregon

Was fasziniert dich an deiner Sportart?

Ich finde die Vielfalt in der Leichtathletik sehr spannend. Zudem ist es eine Herausforderung, als Einzelsportlerin alleine auf der Bahn zu stehen und für sich selbst zu kämpfen.

Sophia Junk

Trotz eines Studiums bei der Landespolizei Rheinland-Pfalz nun professionelle Leichtathletin. Welche Schritte hat es dazu benötigt, seit wann betreibst du den Sport “professionell” und was sind die größten Unterschiede zum Amateursport?

Nicht trotz eines Studiums bei der Landespolizei Rheinland-Pfalz zur Berufs- und Profilsportlerin - sondern Dank und durch die Landespolizei Rheinland-Pfalz!

Ich bin seit 2018 in der Sportfördergruppe der Landespolizei Rheinland-Pfalz und kann dadurch mein Studium, meinen Beruf und den Leistungssport optimal miteinander kombinieren.

Den Sport betreibe ich professionell seit 2015, also seitdem ich Mitglied der Nationalmannschaft bin. Der Übergang vom Hobby- zum Profisport war relativ fließend und unbewusst. Durch den nationalen und internationalen Erfolg sind die ersten Sponsorenanfragen, Bundeskaderzugehörig und eine andere persönliche Einstellung zu dem Sport gekommen.

Mein Training ist zu 100% auf meinen Körper, meine Stärken und Schwächen, sowie an meine Regeneration etc. angepasst. Das macht den Profilsport aber auch aus. Ich denke, dass der Amateursport weniger organisiert, strukturiert und persönlich angepasst ist, als ich es jetzt im Profibereich erlebe.

Sophia Junk

Verliert man nicht irgendwann den Spaß am eigenen Hobby, wenn es auch der Beruf ist?

Natürlich ist ein Beruf auch eine Verpflichtung und man kann sich diesem nicht einfach entziehen. Das ist ein Schritt, dem man sich bewusst sein sollte. Dazu gehören nicht nur Training, sondern auch viele Termine drumherum.

Es gibt Tage, an denen hat man keine Lust. Das passiert in der Regel eher selten, ist aber auch menschlich und normal. Man muss verstehen, dass die sportlichen Ziele nur mit Ehrgeiz, Disziplin und Durchhaltevermögen erreicht werden können. Dementsprechend ist es auch nicht schlimm, wenn man mal keine Lust hat. Man weiß ja, wofür man sich tagtäglich quält und auch sehr viel im Privatleben zurückstecken muss.

Sophia Junk
Zitat Sophia Junk

Sophia zum Thema Talentförderung

Was ist deiner Meinung nach wichtig in Vereinen, damit aus Kindern mit einem Hobby eventuell später Profisportler*innen werden können?

Eindeutige die Talentsichtung. Man braucht motivierte und engagierte Vereinsmitglieder und Trainer, die Talente entdecken und auch damit umzugehen wissen.

Dazu gehört aber auch eine Unterstützung des Vereins mit finanziellen Mitteln, sodass ein Kind überhaupt die Möglichkeit hat, mit Klamotten, Schuhen etc. ausgestattet zu werden. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Familien solche Kosten stemmen können.

Sophia Junk

Wie abhängig ist man, auch als talentierte*r Sportler*in, von gut organisierten Vereinen?

Sehr abhängig. Mein Verein, die LG Rhein-Wied, regelt für mich sehr vieles im Hintergrund, was ich gar nicht so mitbekomme. Der Verein sorgt ständig für neue Materialien und äußere Gegebenheiten, sodass ich möglichst gut mein tägliches Training absolvieren kann. Zudem regelt der Verein auch Anfahrten zu Wettkämpfen und die komplette Wettkampforganisation, wie Hotelübernachtungen, Startplätze etc.
Ich bin froh, dass ich mich darum nicht kümmern muss, da dies auch viel zeitlichen Aufwand bedeuten würde!

Sophia Junk

Du wirst zudem von Puma unterstützt. Wie läuft so eine Förderung ab, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Puma ist einer meiner Hauptsponsoren und seit Tag eins ein richtig treuer Wegbegleiter an meiner Seite. Nach meinem ersten internationalen Erfolg hatte Puma mich angefragt, ob ich an einem Sponsoringvertrag interessiert sei. Daraufhin hat sich eine langjährige Partnerschaft entwickelt.

Das Sponsoring sieht u.a. vor, dass Puma mich mit allen Sport- und Freizeitartikeln ausstattet, die ich für den Sport und Alltag benötige. Ich bin sehr dankbar für diese Unterstützung!

Sophia Junk

Wie nimmst du im Allgemeinen den Amateurbereich in der Leichtathletik wahr?

Der Amateurbereich in der Leichtathletik ist sehr groß und unheimlich wichtig. Ich denke jede Sportart lebt von begeisterten Sportlern, die die Sportart verinnerlichen möchten und jeden Tag versuchen, sich zu verbessern.

Das sind am Ende des Tages die Sportler, die auch nationale Meisterschaften in der Breite groß machen. Denn würde da nur die Spitze teilnehmen, wäre das für das Publikum und für die Sportler an sich sehr langweilig. Jede Sportart lebt durch den Konkurrenzkampf.

Sophia Junk
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Dein Ziel ist es, an den Olympischen Spielen 2024 in Paris teilzunehmen. Wie läuft die Planung dahingegen ab?

Genau, das ist mein größtes Ziel.

Auf dem Weg nach Paris stehen nächstes Jahr die Hallen-EM sowie die Weltmeisterschaft an. Hier sind natürlich die Teilnahmen ein Ziel, um mehr internationale Erfahrung sammeln zu können, sodass ich 2024 auch konkurrenzfähig an den Start gehen könnte, sofern eine Nominierung erfolgt.

Sophia Junk

Und für dein Leben nach der Karriere, willst du bei der Polizei arbeiten oder hast du andere Pläne?

Natürlich werde ich nach meiner Sportkarriere bei der Landespolizei Rheinland-Pfalz arbeiten, sonst hätte ich diesen Weg auch nicht in der Vergangenheit eingeschlagen. Inwiefern ich mich dort beruflich entfalten kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen. Dennoch bin ich ein sehr ehrgeiziger Mensch und kann mir vorstellen, mich dort auch motiviert hochzuarbeiten.

Sophia Junk

Vielen Dank für deine Zeit, Sophia. Wir hoffen, dich in zwei Jahren in Paris zu sehen!



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