Der deutsche Handball - Aufbau und Strukturen
Wie ist eigentlich der deutsche Handball organisiert? Wir haben einen Übersichtsbeitrag erstellt, welcher den Deutschen Handballbund (DHB) allgemein und das Liga-System konkret zusammenfasst und erörtert.
Was ist der DHB und wie lautet seine Funktion?
“Der DHB ist das Dach für alle Handballerinnen und Handballer. Für Teams, Trainer und Vereine. Für Hobbyspieler, Nachwuchstalente und Profisportler. Für Fans, Freunde und Förderer. Für alle, die Handball zu der großartigen und einzigartigen Sportart machen, die sie ist. Wir alle zusammen sind der Handball in Deutschland, wir alle haben eine gemeinsame Vision: die stärkste Handballnation der Welt zu werden.”
Der DHB ist ein eingetragener und gemeinnütziger Zusammenschluss deutscher Handball-Regional- und Landesverbände und der größte Handball-Dachverband weltweit mit knapp 736.000 Mitgliedern in 22.200 Mannschaften und 4.000 Vereinen. Der Verein wurde am 01. Oktober 1949 in Mülheim an der Ruhr gegründet und hat heute seinen Sitz im Willi-Daume-Haus in Dortmund.
Seinen Höchststand an Mitgliedern hatte der DHB im Jahr 2009 mit fast 850.000 Mitgliedern. In den Folgejahren ist die Mitgliederzahl jedoch deutlich gesunken, bevor sie sich ab 2016 bei rund 750.000 Mitgliedern stabilisiert hatte. Seit 2020 ist die Mitgliederzahl im Zuge der Corona-Pandemie jedoch erneut auf 720.000 Mitglieder (Stand der letzten Bestandserhebung des DOSB im Jahr 2022) gesunken.
Der DHB übernimmt die Aufsicht über die Handball-Bundesligen und die Beteiligten (Spieler:innen, Offizielle, Schiedsrichter:innen). Dabei ist die Aufstellung und Betreuung der Nationalteams aller Altersklassen eine der Hauptaufgaben.
Wer sich tiefer mit den aktuellen Regeln im Hallenhandball beschäftigen möchte, findet alle wichtigen Bestimmungen – inklusive der DHB-Zusatzregeln – im Handball Regelheft. Das Buch enthält alle wichtigen Regeländerungen, Erläuterungen und Abbildungen. Dadurch ist es sowohl für Trainer:innen, Spieler:innen, Schiedsrichter:innen und Fans geeignet.
Da der DHB nur teilweise für die Aufsicht der Handball-Bundesliga verantwortlich ist, übernimmt hier die Liqui-Moly Handball-Bundesliga den Großteil der operativen Tätigkeiten. Diese ist eine vom DHB unabhängige GmbH unter der Führung von Geschäftsführer Frank Bohmann mit Sitz in Köln. Die elf existenten und überregionalen Oberligen und darunter liegenden Landesligen werden jeweils separat von der Handball-Bundesliga und dem DHB durch die jeweiligen Landesverbände organisiert und verwaltet.
Vereinsticket bietet digitale Lösungen speziell für Sportvereine. Es beinhaltet Features, die beispielsweise Mitgliederverwaltung, Ticketing und Zuschauermanagement vereinfachen, und erleichtert somit die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer:innen im Verein.
Wie ist der DHB aufgestellt?
Das 2017 in Kraft getretene, neue System des DHB orientiert sich an der Struktur des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Das Präsidium richtet dabei seinen Fokus, unter der Führung von Präsident Andreas Michelmann, auf die strategische Ausrichtung des Verbandes und fungiert als Aufsicht des Vorstandes. Andreas Michelmann, welcher von 1994 bis 2022 Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben war, wurde 2010 zum Präsidenten des Handball-Verbandes Sachsen-Anhalt und am 09. Juli 2015, nach einer zweijährigen Vizepräsidentschaft, zum DHB-Präsident gewählt. Der fünfköpfige Vorstand übernimmt hingegen den Großteil der oben genannten operativen Tätigkeiten.
Mitglieder des DHB sind, neben einem verbleibenden Regionalverband, dem Westdeutschen Handball-Verband, welcher bislang als einziger noch keine eigenständige Organisation übernommen hat, 22 weitere Landesverbände. Diese stehen jeweils für ein Bundesland, wie zum Beispiel Bayern, oder eine Region eines Bundeslandes, wie zum Beispiel Südbaden (Baden-Württemberg). Des Weiteren gehören die Handball-Bundesliga der Männer und die der Frauen als Mitglieder zum DHB.
Wie funktioniert das Ligasystem des DHB?
Im Grunde genommen ist der deutsche Handball ähnlich strukturiert wie der deutsche Fußball:
Aus den vielzähligen Bezirks- und Landesligen versucht jeder Verein über jeweils eine der 23 überregionalen Ligen, wie zum Beispiel die Rheinlandliga, und anschließend über eine der elf Regionalligen in die 3., 2. und schlussendlich 1. Bundesliga aufzusteigen. Wir unterscheiden dabei in fünf Spielebenen.
1. Bundesliga: Auf der ersten Ebene spielt die 1. Bundesliga, welche aus 18 Mannschaften besteht. Diese spielen um den Titel des Deutschen Meisters, welcher allein dem 1. Platz zugeschrieben wird. Der 1. Platz qualifiziert sich dabei zusammen mit dem 2. Platz zusätzlich für die “EHF Champions League” und die Plätze 3 bis 6 für die "EHF European League”. Die Plätze 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab.
2. Bundesliga: Auch in der 2. Bundesliga spielen insgesamt 18 Teams. Hier steigen die ersten beiden Plätze in die 1. Bundesliga auf. Wie in der 1. Bundesliga steigen auch hier die beiden letztplatzierten Teams in die nächsttiefere Spielklasse ab.
3. Liga: Ab der 3. Liga, welche auf der 3. Ebene spielt, ist aufgrund der erhöhten Anzahl an Mannschaften eine Aufteilung in vier Staffeln mit je 16 Mannschaften nötig. Diese Staffeln richten sich nach den Himmelsrichtungen und heißen Staffel Nord-Ost, Nord-West, Süd und Süd-West. Die beiden bestplatzierten Aufstiegsberechtigten Teams ziehen am Ende der Saison in die Aufstiegsrunde ein. Dort werden dann die beiden Aufsteiger in die 2. Liga ermittelt.
Regionalliga: Seit der Saison 2024/25 gibt es als vierthöchste Spielklasse wieder eine bundesweite Regionalliga, die in 10 Regionen aufgeteilt ist. Diese Liga hat den Platz der vorherigen Oberligen eingenommen. Alle Meister der Regionalligen erhalten ein Aufstiegsrecht in die 3.Liga. Zudem steigen in Niedersachsen und Baden-Württemberg auch noch die Vizemeister in die 3. Liga auf.
Oberliga: Unterhalb der neuen Regionalliga befinden sich die ehemaligen Verbandsligen, die nun zur Oberliga hochgestuft wurden. Die darunterliegenden Verbandsligen werden dafür nun als fünfthöchste Spielklasse zur Oberliga hochgestuft.
Unterhalb der Oberligen werden die Ligen von den jeweiligen Landesverbänden organisiert und können sich daher regional unterscheiden. Generell geht es hier jedoch mit der folgenden Abstufung weiter:
- Verbandsligen
- Landesligen
- Bezirksoberligen
- Bezirksligen
- Bezirksklasse
- 2. Bezirksklasse
Was muss ein Verein tun, um im Ligensystem aufsteigen zu können?
Abschließend möchten wir Euch an unserem Heimatverein, der TuS Fortuna Saarburg, darstellen, wie ein Handballverein aufsteigen kann.
Unser Beispielverein befindet sich derzeit in der Verbandsliga West, welche dem Landesverband Rheinland untergeordnet ist. Die dem Landesverband untergeordneten Ligen lauten wie folgt (in absteigender Reihenfolge):
- Rheinlandliga
- Verbandsliga (Ost/West)
- Landesliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)
- Bezirksklasse (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück (Ost/West))
- Bezirksliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)
- Kreisliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)
Um in die Verbandsliga West aufsteigen zu können, musste die TuS Fortuna Saarburg in der Vergangenheit also von der Kreisliga über Bezirksliga und Bezirksklasse bis hin zur Landesliga in Ihrer jeweiligen Staffel (Mosel/Eifel) den ersten Tabellenplatz erspielen und halten, um in die nächsthöhere Liga aufsteigen zu können. In die Rheinlandliga können jeweils auch nur die Tabellenführer der beiden Staffeln West und Ost aufsteigen.
Die Mitglieder der Rheinlandliga (derzeit sind dies elf Mannschaften), Saarlandliga, Pfalzliga und Rheinhessenliga spielen anschließend innerhalb ihrer jeweils eigenen Liga um einen Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar, wobei immer nur die ersten beiden Tabellenplätze in die Oberliga aufsteigen können. Die jeweiligen Tabellenführer der Oberligen haben folglich die Chance in die 3. Liga aufzusteigen, Platz 1 der jeweiligen 3. Liga - Staffel steigt in die 2. Bundesliga auf und Platz 1 - 2 der 2. Bundesliga steigen in die 1. Bundesliga auf.
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Wo kann ich welche Wettbewerbe schauen?
Die ersten beiden Handball-Bundesligen kann man seit dieser Saison beim neuen Streamingdienst Dyn verfolgen. Ein Jahresabo dort kostet monatlich 12,50€. Für ein monatlich kündbares Abo hingegen zahlt man aktuell 14,50€ pro Monat.
Neben den Bundesligen zeigt DYN auch den DHB-Pokal der Männer und Frauen, den Handball Superup, sowie die Champions League und die European League der Männer und der Frauen.
Die Spiele der ersten beiden Handball-Bundesligen der Frauen, sowie aus den einzelnen Drittliga-Staffeln der Männer und der Frauen sind zudem kostenlos (mit Werbeunterbrechungen bei Sportdeutschland.tv verfügbar. Wer keine Werbeunterbrechungen haben möchte, kann für monatlich 2,99€ auch ein Sportdeutschland.TV Plus-Abo abschließen und die Spiele dann ohne Werbung verfolgen.