Handball in der Sporthalle
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Der deutsche Handball - Aufbau und Strukturen

Wie ist eigentlich der deutsche Handball organisiert? Wir haben einen Übersichtsbeitrag erstellt, welcher den Deutschen Handballbund (DHB) allgemein und das Liga-System konkret zusammenfasst und erörtert.

Was ist der DHB und wie lautet seine Funktion?

“Der DHB ist das Dach für alle Handballerinnen und Handballer. Für Teams, Trainer und Vereine. Für Hobbyspieler, Nachwuchstalente und Profisportler. Für Fans, Freunde und Förderer. Für alle, die Handball zu der großartigen und einzigartigen Sportart machen, die sie ist. Wir alle zusammen sind der Handball in Deutschland, wir alle haben eine gemeinsame Vision: die stärkste Handballnation der Welt zu werden.”

DHB

Der DHB ist ein eingetragener und gemeinnütziger Zusammenschluss deutscher Handball-Regional- und Landesverbände und der größte Handball-Dachverband weltweit mit knapp 750.000 Mitgliedern in 22.200 Mannschaften und 4.200 Vereinen. Der Verein wurde am 01. Oktober 1949 in Mülheim an der Ruhr gegründet und hat heute seinen Sitz im Willi-Daume-Haus in Dortmund.

Der DHB übernimmt die Aufsicht über die Handball-Bundesligen und die Beteiligten (Spieler, Offizielle, Schiedsrichter). Dabei ist die Aufstellung und Betreuung der Nationalteams aller Altersklassen eine der Hauptaufgaben.

Da der DHB nur teilweise für die Aufsicht der Handball-Bundesliga verantwortlich ist, übernimmt hier die Liqui-Moly Handball-Bundesliga den Großteil der operativen Tätigkeiten. Diese ist eine vom DHB unabhängige GmbH unter der Führung von Geschäftsführer Frank Bohmann mit Sitz in Köln. Die elf existenten und überregionalen Oberligen und darunter liegenden Landesligen werden jeweils separat von der Handball-Bundesliga und dem DHB durch die jeweiligen Landesverbände organisiert und verwaltet.

Wie ist der DHB aufgestellt?

Das 2017 in Kraft getretene, neue System des DHB orientiert sich an der Struktur des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Das Präsidium richtet dabei seinen Fokus, unter der Führung von Präsident Andreas Michelmann, auf die strategische Ausrichtung des Verbandes und fungiert als Aufsicht des Vorstandes. Andreas Michelmann, welcher bereits seit 1994 Oberbürgermeister der Stadt Aschersleben ist, wurde 2010 zum Präsidenten des Handball-Verbandes Sachsen-Anhalt und am 09. Juli 2015, nach einer zweijährigen Vizepräsidentschaft, zum DHB-Präsident gewählt. Der fünfköpfige Vorstand übernimmt hingegen den Großteil der oben genannten operativen Tätigkeiten.

Mitglieder des DHB sind, neben einem verbleibenden Regionalverband, dem Westdeutschen Handball-Verband, welcher bislang als einziger noch keine eigenständige Organisation übernommen hat, 22 weitere Landesverbände. Diese stehen jeweils für ein Bundesland, wie zum Beispiel Bayern, oder eine Region eines Bundeslandes, wie zum Beispiel Südbaden (Baden-Württemberg). Des Weiteren gehören die Handball-Bundesliga der Männer und die der Frauen als Mitglieder zum DHB.

Wie funktioniert das Ligasystem des DHB?

Im Grunde genommen ist der deutsche Handball ähnlich strukturiert wie der deutsche Fußball:

Aus den vielzähligen Kreis- und Landesligen versucht jeder Verein über jeweils eine der 23 überregionalen Ligen, wie zum Beispiel die Rheinlandliga, und anschließend über eine der elf Oberligen in die 3., 2. und schlussendlich 1. Bundesliga aufzusteigen. Wir unterscheiden dabei in fünf Spielebenen.

Auf der ersten Ebene spielt die 1. Bundesliga, welche aus 18 Mannschaften besteht. Diese kämpfen miteinander um den Titel des Deutschen Meisters, welcher allein dem 1. Platz zugeschrieben wird. Der 1. Platz qualifiziert sich dabei zusammen mit dem 2. Platz zusätzlich für die “EHF Champions League” und die Plätze 3 bis 5 für den “EHF Europa Pokal”. Die Plätze 17 - 18 sind Absteiger.

Auf der zweiten Ebene spielen wiederum 18 Mannschaften in der 2. Bundesliga. Hier schaffen die ersten beiden Plätze den Aufstieg in die 1. Bundesliga, wobei die letzten fünf Plätze absteigen.

Ab der 3. Liga, welche auf der 3. Ebene spielt, ist aufgrund der erhöhten Anzahl an Mannschaften eine Aufteilung in vier Staffeln mit je 16 Mannschaften nötig. Diese Staffeln richten sich nach den Himmelsrichtungen und heißen Staffel Nord-Ost, Staffel Mitte, Staffel Nord-West und Staffel Süd. Die zwei Staffelsieger steigen in die 2. Bundesliga auf und werden durch Entscheidungsspiele aller aufstiegsberechtigter Staffelsieger ermittelt. Die Verlierer dieser Entscheidungsspiele ermitteln dann in zwei zusätzlichen Spielen die Mannschaft, die als 3. Staffelsieger gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga einen weiteren Platz in der 2. Bundesliga ausspielt. Die drei letzten Mannschaften (Plätze 14 - 16) sind für einen Abstieg gefährdet.

Die 4. Ebene wird durch die Handball-Oberligen gebildet. Es existieren insgesamt 11 Oberligen, wobei jeweils zwei oder drei unter einer der Staffeln der 3. Ebene zusammengefasst werden. Die Handball-Oberligen Hamburg + Schleswig-Holstein, Ostsee-Spree und Niedersachsen bilden vereint die 3. Liga Nord-Ost, Hessen und Mitteldeutschland die 3. Liga Mitte, die Oberliga Nordsee, Westfalen und Nordrhein ergeben die 3. Liga Nord-West und die 3. Liga Süd setzt sich aus den Oberligen Rheinland-Pfalz-Saar, Baden-Württemberg und Bayern zusammen. Die Meister sowie Vizemeister der jeweiligen Oberliga steigen in die 3. Liga auf, wobei je nach Unterbau zwei bis vier Mannschaften absteigen.

Die 5. Ebene im DHV stellt die 23 verschiedenen Landesverbände dar. Unter jeder der bereits genannten Oberligen finden sich bis zu vier Verbände, welche meist jeweils für ein bestimmtes Bundesland (z.B. Bayern) oder eine Teilregion eines Bundeslandes (z.B. sind Rheinland und Pfalz zwei verschiedene Landesverbände) stehen.

Unter den einzelnen Landesverbänden können sich die jeweiligen Mannschaften jetzt auch noch in landesspezifische Ligen (z.B. Brandenburgliga), Landesklassen, Bezirksoberligen, Bezirksligen, Bezirksklassen, Kreisligen, Kreisklassen oder sogar Städteligen (nur bei Stadtstaaten) unterteilen. Dies kann jedoch nicht einheitlich festgelegt werden, da sich hier jeder Landesverband unterscheidet. Manche Verbände verfügen über fast alle dieser untergeordneten Ligen, manche hingegen haben nur eine oder zwei. Welche Landesverbände zu welcher Oberliga gehören, seht Ihr in der anschließenden Übersicht.

Hier haben wir Euch die 3. - 5 Ebene einmal übersichtlich zusammengefasst. Dabei steht grün für die 3. Liga, orange für die Oberligen und blau für die Landesverbände.

3. Liga Staffel Nord-Ost
  • Oberliga Hamburg - Schleswig-Holstein mit Hamburg und Schleswig-Holstein
  • Oberliga Ostsee-Spree mit Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
  • Oberliga Niedersachsen mit Niedersachsen
3. Liga Staffel Mitte
  • Oberliga Hessen mit Hessen
  • Oberliga Mitteldeutschland mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
3. Liga Staffel Nord-West
  • Oberliga Nordsee mit Bremen und Teilen von Niedersachsen
  • Oberliga Westfalen mit Westfalen
  • Oberliga Nordrhein mit Niederrhein und Mittelrhein
3. Liga Staffel Süd
  • Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar mit Rheinland, Rheinhessen, Saar und Pfalz
  • Oberliga Baden-Württemberg mit Baden, Südbaden und Württemberg
  • Oberliga Bayern mit Bayern

Was muss ein Verein tun, um im Ligensystem aufsteigen zu können?

Abschließend möchten wir Euch an unserem Heimatverein, der TUS Fortuna Saarburg, darstellen, wie ein Handballverein aufsteigen kann.

Unser Beispielverein befindet sich derzeit in der Verbandsliga West, welche dem Landesverband Rheinland untergeordnet ist. Die dem Landesverband untergeordneten Ligen lauten wie folgt (in absteigender Reihenfolge):

  1. Rheinlandliga
  2. Verbandsliga (Ost/West)
  3. Landesliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)
  4. Bezirksklasse (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück (Ost/West))
  5. Bezirksliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)
  6. Kreisliga (Rhein/Westerwald + Mosel/Eifel u. Nahe/Hunsrück)

Um in die Verbandsliga West aufsteigen zu können, musste die TUS Fortuna Saarburg in der Vergangenheit also von der Kreisliga über Bezirksliga und Bezirksklasse bis hin zur Landesliga in Ihrer jeweiligen Staffel (Mosel/Eifel) den ersten Tabellenplatz erspielen und halten, um in die nächsthöhere Liga aufsteigen zu können. In die Rheinlandliga können jeweils auch nur die Tabellenführer der beiden Staffeln West und Ost aufsteigen. Die Mitglieder der Rheinlandliga (derzeit sind dies elf Mannschaften), Saarlandliga, Pfalzliga und Rheinhessenliga spielen anschließend innerhalb ihrer jeweils eigenen Liga um einen Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar, wobei immer nur die ersten beiden Tabellenplätze in die Oberliga aufsteigen können. Die jeweiligen Tabellenführer der Oberligen haben folglich die Chance in die 3. Liga aufzusteigen, Platz 1 der jeweiligen 3. Liga - Staffel steigt in die 2. Bundesliga auf und Platz 1 - 2 der 2. Bundesliga steigen in die 1. Bundesliga auf.

Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt abzuwarten, ob sich die Struktur des Ligensystems in Zukunft ändern oder halten wird. Eine Änderung ist der TUS Fortuna Saarburg zum Beispiel schon bekannt: Die beiden Staffeln West und Ost der Verbandsliga sollen ab Oktober 2021 zu einer Staffel zusammengefasst werden. Platz 1 - 8 der jeweiligen Staffeln West und Ost werden voraussichtlich die neue Staffel bilden, alle Plätze darunter werden zurück in die Landesliga integriert.



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