Alles, was du über Tischtennis wissen musst
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Alles, was du über Tischtennis wissen musst

Der schnellste Rückschlagsport der Welt: So wird Tischtennis oft bezeichnet. Faktisch stimmt das nicht so ganz, ein Tischtennisball nimmt zwar Geschwindigkeiten bis 180 km/h auf, im Tennis oder Badminton wurden allerdings schon schnellere Geschwindigkeiten gemessen. Nichtsdestotrotz hat der Satz seine Richtigkeit. Der kurzen Reaktionszeit bei einem Ball, der sich ca. 150-mal pro Sekunde drehen kann, gebührt einiges an Respekt. Und auch sonst ist das Tischtennis ein faszinierender Sport, der im Einzel, zu zweit im Doppel oder zu zweit im Mix (der Geschlechter) gespielt werden kann. Klingt interessant? Ist es auch! Aber wie kam man eigentlich auf die Idee, einen Ball über einen Tisch zu spielen?

Inhaltsverzeichnis
  1. Mit Bratpfannen auf Esstischen – die Geschichte des Tischtennis
  2. Das Regelwerk – so geht Tischtennis
  3. Tischtennisplatte, -schläger, -ball: Die Ausrüstung beim Tischtennis
  4. Schlagtechniken
  5. Bundesliga und Nationalmannschaft – Tischtennis in Deutschland
  6. Tischtennis im Fernsehen und Stream
  7. Diese Turniere und Spieler*innen solltest du kennen
  8. Mehr Tische oder andere Schläger - Tischtennisvarianten und ähnliche Sportarten

Mit Bratpfannen auf Esstischen – die Geschichte des Tischtennis

Tischtennis wurde gegen Ende des 19. Jahrhundert in England erfunden. Die ersten niedergeschriebenen Spielregeln stammen von einem englischen Ingenieur, der diese 1875 verfasste. Zunächst verbreitete sich die Sportart im Adel, denn aufgrund des Regenwetters im Land sollte der beliebte Sport Tennis nach drinnen ins Trockene verlegt werden. So wurde auf Tischen mit dem, was man so hatte (Bratpfannen, Bücher, und so weiter) Tennis gespielt, in dem Falle eben: TISCHtennis.

Vielerorts wurde der Begriff “Ping-Pong” für den Sport verwendet, eine Firma sicherte sich aber den Namen, weshalb offizielle Turniere, Verbände oder Vereine den Sport nicht mehr so nennen dürfen. Damals war die Ausrüstung noch aus anderen Materialien hergestellt, selbst als es schon Schläger gab, und nicht mehr mit Bratpfannen gespielt wurde.

Die erste nationale Meisterschaft gab es in Ungarn im Jahr 1897. Ungefähr zur gleichen Zeit kam die Sportart nach China, wurde zum Volkssport und ist es auch noch heute. Auch hierzulande verbreitete sich der Sport: 1899 gründete sich die 1. Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft und zwei Jahre später fand das erste Turnier auf deutschem Boden in Hamburg statt. Zeitgleich wurde in der englische Tischtennisverband gegründet und ein Jahr später wurde in Wien das erste internationale Turnier ausgerichtet.

Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich das Tischtennis immer mehr vom Freizeit- zum Wettkampfsport, wobei schon 1926 die “International Table Tennis Federation” (ITTF), also der Weltverband, entstand. Dies trug auch dazu bei, dass sich der Sport weltweit etablierte, vor allem im asiatischen Raum. 1952 gab es den ersten Weltmeister aus Asien, und seitdem etablierten sich vor allem die Chines*innen, aber auch Menschen aus anderen asiatischen Ländern an der Weltspitze.

Das Regelwerk – so geht Tischtennis

Doch wie funktioniert Tischtennis eigentlich? Wie erzielst du Punkte, und wie viele brauchst du, um ein Spiel zu gewinnen? Die grundsätzliche Spielidee ist ganz einfach: Zwei Spieler*innen (im Doppel oder Mix vier) stehen sich an den kurzen Seiten der Tischtennisplatte gegenüber. Sie versuchen Punkte zu erzielen, indem sie den Tischtennisball möglichst so hin und her spielen, dass der/die andere den Ball nicht zurückspielen kann, oder neben den Tisch beziehungsweise in das Netz spielt. Für diese Situationen bekommt man einen Punkt.

Tischtennis Aufschlag im Doppel

Elf Punkte brauchst du, um einen Satz zu gewinnen. Allerdings musst du gleichzeitig zwei Punkte Vorsprung haben. Ist dies nicht der Fall, wird so lange weitergespielt, bis eine*r mit zwei Punkten Vorsprung führt (endlos geht das Spiel allerdings nicht weiter, aber dazu gleich mehr). Wenn ein Satz entschieden und zu Ende gespielt ist, werden die Seiten gewechselt. Das gesamte Spiel gewinnt, wer drei Sätze für sich entschieden hat. Bei einigen Wettbewerben brauchst du vier Gewinnsätze. Mit dreien dauert ein Spiel um die 40 Minuten.

Ein Spielzug beginnt immer mit einem Aufschlag. Dabei wird der Tischtennisball mindestens 16 cm hinter der Platte hochgeworfen und muss stets sichtbar für den/die gegnerische(n) Spieler*in(nen) sein. Anschließend muss der Ball sowohl auf der eigenen als auch auf der gegnerischen Hälfte aufschlagen, im Einzel ist es egal wo, im Doppel muss der Ball diagonal gespielt werden. Außerdem ist festgelegt, dass sich die beiden Spieler*innen immer abwechseln, sowohl bei normalen Spielzügen als auch bei den Aufschlägen.

Jede*r Spieler*in hat zwei Aufschläge hintereinander, dann wechselt das Recht. Sobald es 10:10 steht, wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Schlägt man den Ball beim Aufschlag neben die Platte, bekommt der/die andere einen Punkt. Wird der Ball allerdings richtig gespielt, berührt aber bei der Angabe das Netz, wird der Aufschlag wiederholt.

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Wechselmethode (auch Zeitspiel)

1936 wurde in einem Spiel zwei Stunden und 12 Minuten gespielt. Um einen einzigen Punkt. Dieses Match war kein Einzelfall, es kam immer wieder vor, dass einzelne Sätze oder Spielzüge sehr lang dauerten. Deshalb gibt es mittlerweile die sogenannte Wechselmethode, auch Zeitspiel genannt. Dies tritt in Kraft, wenn ein Satz nach zehn Minuten nicht beendet ist, und bis dato weniger als 18 Punkte erspielt wurden. Dann wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt, und der Ball wird höchstens 13-mal hin und her gespielt. Sonst bekommt die Person, die nicht den Aufschlag gemacht hat, den Punkt. Ist das Spiel nach diesem Satz nicht beendet, sondern es folgen weitere Sätze, wird bei diesen von Beginn an die Wechselmethode angewandt.

Tischtennisplatte, -schläger, -ball: Die Ausrüstung beim Tischtennis

Die Ausrüstung, die du zum Tischtennisspielen brauchst, ist überschaubar, aber vielleicht auch ein bisschen sperrig. Grundlage ist ein 2,74 Meter langer und 1,525 Meter breiter Tisch, genauer gesagt eine Tischtennisplatte. Deren Oberfläche befindet sich genau 76 cm über dem Boden. In der Mitte ist ein Netz gespannt, welches 15,25 cm hoch ist, und überspielt werden musst. Die Platten sind matt-grün, matt-blau oder schwarz gefärbt und haben weiße Linien; eine unterteil die Hälften der Länge nach, die andere umrandet den Tisch an den Kanten.

Um die Platte muss ein Spielraum freigehalten werden, in dem sich keine Menschen oder Gegenstände befinden. Dieser ist international 14 x 7 Meter groß, auf nationaler Ebene 12 x 6 Meter, in unteren Ligen oder im Junior*innenbereich können die Maße individuell von den jeweiligen Verbänden bestimmt werden.

Der Tischtennisschläger

Das wichtigste Spielgerät der Tischtennisspieler*innen ist wohl der Tischtennisschläger. Dieser kann aus verschiedenen Materialien bestehen, innen meistens aus mehreren Holzschichten, mindestens 85% müssen Holz sein, der Rest kann mit Kunststoff aufgefüllt werden. Der Griff eines Schlägers kann verschiedene Formen haben: gerade, konkav, anatomisch oder konisch. Neben dem Griff besteht der Schläger hauptsächlich aus dem Schlägerblatt. Dieses ist oval geformt und hat zwei Seiten, eine für die Vorhand, und eine für die Rückhand. Die Seiten müssen verschiedenfarbig sein, üblich ist eine rote Vorhand und eine schwarze Rückhand, diese Farbkombination ist aber keine Regel. Die Oberfläche kann verschiedene Beläge haben; diese sind eingeteilt in Noppen-innen und Noppen-außen Beläge. Bei Noppen-innen Belägen ist die Oberfläche außen glatt, da die Noppen nach innen zeigen. Noppen-außen Beläge können kurze (unter 0,9 mm) oder lange Noppen (bis zu 1,3 – 1,8 mm) haben, die Oberfläche ist aufgrund der Noppen nicht glatt. Kurze Noppen bringen mehr Schnelligkeit, lange sind für die Verteidigung geeignet. Generell gilt, dass Beläge und Schlägermaterialien den aktuellen Regeln der ITTF entsprechen müssen. Was ebenfalls interessant ist: Der Schläger darf während eines Spiels nicht beliebig gewechselt werden, es ist nur erlaubt, wenn er unbeabsichtigt beschädigt wird.

Tischtennisschläger und Tischtennisball

Ohne geht´s nicht: Tischtennisball und Tischtennisschläger

Der Tischtennisball

Neben dem Schläger brauchst du natürlich auch einen Tischtennisball. Dieser ist matt-weiß, selten auch matt-orange gefärbt und besteht aus Kunststoff. Früher bestanden die Bälle häufig aus Zelluloid, aufgrund der hohen Brandgefahr des Materials werden heute nur noch Kunststoffbälle verwendet. Diese haben einen Durchmesser von 40 mm und wiegen 2,7 Gramm.

Auch hinsichtlich der Kleidung gibt es Vorschriften beim Tischtennis. Sie muss einheitlich innerhalb eines Teams beziehungsweise Vereins sein. Es werden Sportschuhe getragen, für Profis gibt es sogar extra Tischtennisschuhe. Zudem haben die Spieler*innen ein Trikot und einen Rock oder eine Sporthose an. Diese dürfen nicht die Farbe des Balles haben.

Aber wie sieht das alles preislich aus? Das ist natürlich abhängig von der Qualität der Materialien, für welche Spielklasse man sie braucht, oder ob nur für den Spaß in der Freizeit. Schläger sind circa ab 15€ erhältlich, im Profibereich können sie auch 80€ und mehr kosten. Tischtennisbälle sind preiswert, sie kosten pro Stück nur wenige Cent, im Profibereich ungefähr 50 Cent pro Ball. Teuer hingegen ist die Anschaffung einer Tischtennisplatte. Da bewegen sich die Preise zwischen 200€ und 600€, Abweichungen sind möglich.

Grifftechniken: So hältst du den Tischtennisschläger

Jetzt weißt du zwar, welche Ausrüstung man benötigt, aber wie geht man richtig damit um? Wichtig und einflussnehmend aufs Spiel ist die Grifftechnik des Tischtennisschlägers. Die Techniken änderten sich immer wieder über die vergangenen Jahrzehnte und sind auch regional unterschiedlich. Wir stellen dir die wichtigsten vor.

Shakehand (Vorhand/Rückhand)

Am weitesten verbreitet ist die Shakehand-Technik. Dabei wird der Schläger umgriffen, wie wenn du jemandem die Hand schüttelst. Der Daumen liegt dabei auf der Vorderseite, der Zeigefinger auf der Rückseite des Schlägerblattes. Die restlichen Finger umschließen den Griff.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen Vor- und Rückhand. Bei der Vorhand wird der Schläger in Richtung des Daumens gedreht und liegt tendenziell eher locker in der Hand. So locker, dass teilweise der Daumen nicht einmal mehr das Schlägerblatt berührt, was zu einem geringeren Ballgefühl führt. Gleichzeitig hilft die Technik enorm bei Vorhandschlägen, bringt Flexibilität und schnellere Bewegungen im Handgelenk und verhilft zu mehr Rotation und Geschwindigkeit. Allerdings sind mit dieser Grifftechnik Rückhandschläge schwerer auszuführen.

Dafür gibt es die Shakehand-Technik auch in der Rückhand. Dabei wird der Schläger in Richtung des Handrückens gedreht und relativ weit oben gehalten. Der Daumen liegt komplett auf der Vorderseite des Blattes. Wie schon der Name vermuten lässt, ist diese Technik gut geeignet für Rückhandschläge. Zudem führt sie zu einer starken Kontrolle des Schlägers und somit einem guten Ballgefühl. Allerdings ist die Haltung auch relativ steif und verringert die Flexibilität in den Schlägen sowie das Tempo der Schläge.

Tischtennis Shakehand Haltung

Penholder

Eine Haltung, die aus Asien stammt, und vor allem von asiatischen Spieler*innen verwendet wird, ist die Penholder-Technik. Der Name passt wie bei der Shakehand-Haltung zu der tatsächlichen Griffhaltung. Der Schläger wird wie ein Stift in der Hand gehalten, Daumen und Zeigefinger liegen auf einer Seite, während die restlichen Finger die andere Seite stützen. Besonders verbreitet sind zwei Varianten, einmal die japanische und einmal die chinesische Penholder-Haltung.

Bei der japanischen, auch traditionellen Penholder-Technik, liegen Ring-, Mittel- und kleiner Finger ausgestreckt auf der Rückseite des Schlägers. Somit ist das Spielen mit der Rückhand nicht möglich. Spieler*innen mit dieser Technik sind so wenig flexibel und es ist mehr Bewegung notwendig, da alle Schläge mit der Vorhand gespielt werden müssen. Positiv ist jedoch, dass es keiner Entscheidung zwischen Vor- und Rückhand bedarf, wodurch die Reaktionszeit deutlich kürzer ist. Außerdem können mit dieser Haltung sehr kräftige Schläge gespielt werden. Heute ist sie allerdings kaum noch üblich.

Die chinesische oder auch moderne Penholder-Haltung ist hingegen sehr beliebt. Hier werden kurze und runde Schlägergriffe verwendet, nicht eckige wie bei der japanischen Haltung. Grund dafür ist, dass der Griff nicht in Kontakt mit dem Handgelenk oder dem Unterarm kommen soll. Die Finger sind nicht gestreckt, sondern gebogen. So ist auch das Spielen mit der Rückhand möglich und man ist flexibler. Allerdings bedarf es so natürlich einer Entscheidung zwischen Vor- und Rückhand.

Falls dir diese kurze Erklärung noch nicht genug ist, lies doch mal hier nach, da werden die verschiedenen Haltungen noch detaillierter erklärt.

Schlagtechniken

Wenn du die für dich passende Schlägerhaltung gefunden hast, geht es nun darum, mit dieser den Ball gut und erfolgreich zu treffen. Je nachdem von wo, mit welchem Teil des Schlägers, in welchem Winkel oder mit wie viel Kraft du den Ball triffst, fliegt er auf verschiedene Weise auf die gegnerische Hälfte der Platte. Grob einzuteilen sind die Schläge in Vorhand, Rückhand und Aufschlag. Diese Schläge können mit verschiedenen Techniken gespielt werden, dies ist abhängig von der eigenen Taktik und davon, wie der Ball von dem/der Gegner*in gespielt wurde. Zudem können Schläge in Angriffs- und Abwehrschläge eingeteilt werden.

Ein bekannter Angriffsschlag ist der Topspin, bei diesem wird der Ball von unten hinten nach oben vorne mit dem oberen Teil des Schlägers gespielt. Dies verleiht dem Ball eine enorme Rotation. Wie du diesen Schlag selber beherrscht, lernst du hier:

Ähnlich wie der Topspin ist der Sidespin, allerdings wird der Ball hier mit einem Seitenschnitt gespielt. Auch gibt es den Schmetterball, da wird der Tischtennisball mit der Vorhand mit viel Geschwindigkeit gespielt, der gesamte Körper wird in den Schlag geworfen.

Abwehrschläge dienen dazu, die Angriffe der anderen Person erst einmal abzufangen, bevor man selbst erneut angreift. Beliebt hierfür ist der Unterschnitt/Schupfball: Der Ball wird mit einer Bewegung nach unten und wenig Geschwindigkeit gestreift, so kann zum Beispiel auf einen Spinball geantwortet werden. Auf Schmetterbälle kann mit der Ballonabwehr reagiert werden, hier wird der Ball mit größerem Abstand zur Platte in einer ballonförmigen Flugbahn zurückgespielt. Dann gibt es den Block, dabei wird der Ball direkt an der Platte und ohne Ausholen abgeblockt. Als Konterball bezeichnet man Schläge, bei denen der Ball früh zurückgeschlagen wird, und zwar von hinten nach vorne oben. Eine genauere Beschreibung der verschiedensten Schlagtechniken findest du auf dieser Seite oder auch im folgenden Video.

Bundesliga und Nationalmannschaft – Tischtennis in Deutschland

Wie sieht es denn nun mit dem Tischtennissport in Deutschland aus? Laut dem Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) spielen über 550.000 Deutsche den Sport in einem der über 9.000 Vereine. Der DTTB wurde 1925 in Berlin gegründet, im gleichen Jahr fand schon die erste deutsche Meisterschaft statt. Nach dem zweiten Weltkrieg musste der Verband neu gegründet werden, und hatte zwischenzeitlich einen gemeinsamen Arbeitsausschuss mit dem Tischtennisverband der DDR.

Denn beide Verbände stellten nach dem zweiten Weltkrieg einen Antrag auf die Wiederaufnahme in die ITTF, diese erlaubte aber nur den gemeinsamen Beitritt. So wurde der “Arbeitsausschuss Deutscher Tischtennissport” gegründet, und 1951 wurde Gesamtdeutschland in die ITTF aufgenommen. Ab 1958 waren die beiden Verbände wieder separate Mitglieder. Bei der EM, die 1962 in West-Berlin stattfand, boykottierten alle osteuropäischen Länder, außer Jugoslawien, die EM. Zehn Jahre später nahm die DDR ein letztes Mal an einer EM teil, da der Sport nicht als förderungswürdig galt, wurde an so großen Wettbewerben nicht mehr teilgenommen.

1934 hatte Deutschland übrigens nicht an der WM teilgenommen, weil eine Niederlage gegen jüdische Spieler*innen zu erwarten war, und dies wollten die Nazis nicht in Kauf nehmen. Erst zwei Jahre später nahmen sie wieder Teil, vor allem, um für die eigenen Olympischen Spiele zu werben. Weltmeister konnte Deutschland nur zwei Mal werden, im Männerdoppel 1989 und im Frauendoppel 1929. Bei Olympischen Spielen konnte noch keine Goldmedaille gewonnen werden, allerdings neun andere Medaillen, vier Mal Silber und fünf Mal Gold.

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Heute besteht der DTTB aus 18 Landesverbänden. Aushängeschild ist die TTBL, die Tischtennis Bundesliga. In ihr spielen seit 1966 Mannschaften um den Titel des Deutschen Meisters. Aktuell spielen 12 Teams in der TTBL, Borussia Düsseldorf gewann den ersten Titel und ist zudem Rekordmeister. Das Pendant für die Frauen ist die 1. Damen Bundesliga. Sie wurde 1972 eingeführt, und beinhaltet heute acht Mannschaften. Zudem gibt es auf diversen Ebenen Einzelmeisterschaften.

Die Nationalmannschaften sind aufgeteilt in Damen und Herren, zudem gibt es jeweils Perspektiv- und Anschlusskader. Bei den letzten Olympischen Spielen in Tokio waren für Deutschland Timo Boll, Benedikt Duda, Patrick Franziska, Ying Han, Nina Mittelham, Dimitrij Ovtcharov, Xiaona Shan und Petrissa Solja nominiert.

Herrenmannschaften bestehen übrigens meist aus sechs Mitgliedern, es wird im Paarkreuzsystem gespielt. Das heißt, dass zunächst drei Doppel gespielt werden und im Anschluss sechs bis zwölf Einzel. Dies hängt davon ab, wie schnell eine Mannschaft neun Punkte erreicht hat, dann ist das Spiel zu Ende. Nach maximal 15 Spielen insgesamt (Einzel plus Doppel) gibt es ein Entscheidungsspiel. Bei den Frauen gibt es häufig weniger Doppel, da die Mannschaften kleiner sind.

Immer wieder sind wir bei Live-Spielen vor Ort, unter anderem auch beim Tischtennis. Einen Bericht über die Spiele des TTC GR Trier gegen den TTC Wirges und die TuS Mosella Schweich findest du hier, da gibt es auch noch mehr Bilder zu sehen.

Tischtennis im Fernsehen und Stream

1954 gab es die erste Übertragung, der Südwestfunk übertrug das Spiel Deutschland gegen die Schweiz. Seitdem ist Tischtennis im Fernsehen zu sehen, wenn auch lange nicht so häufig wie zum Beispiel Fußball. Große Turniere wie Olympische Spiele, EMs oder WMs sind live in ARD und ZDF zu sehen (teilweise nicht im linearen Fernsehprogramm, sondern in der Mediathek im Livestream). Bei dem Sportcontent-Sender Spontent werden momentan die Spiele der TTBL auf der Streaming-Plattform Twitch live gezeigt. Ab Sommer 2023 zeigt jedoch die neue Streaming-Plattform Dyn die TTBL. Zudem gibt es bei Sportdeutschland.tv die Spiele der TBBL bis Sommer 2022 for free, und außerdem findet man dort viele weitere Tischtennis Videos. Zuletzt findest du auf dem YouTube Kanal des DTTB einige Videos von Spielen.

Diese Turniere und Spieler*innen solltest du kennen

Tischtennis ist ein global verbreiteter Sport. So bleibt es gar nicht aus, dass es große, internationale Turniere gibt, bei denen die Besten der Welt ihr Können messen. Allen voran stehen die Olympischen Spiele. 1988 bei den Spielen in Seoul war Tischtennis erstmals Teil des Programms. Heute wird in den Wettbewerben Männer, Frauen (jeweils Team- und Einzelwettbewerb) und im Mixed gespielt. Seit 2012 gibt es außerdem die Regel, dass nur zwei Teilnehmende pro Land pro Wettbewerb starten dürfen, damit nicht alle drei Medaillen an eine Nation (China) gehen.

Bild von Zeittafel beim Tischtennis

Darüber hinaus gibt es jährlich eine Weltmeisterschaft, in ungeraden Jahren im Einzel, in geraden Jahren für die Mannschaften. Dieses Jahr findet die Einzel-WM vom 16.-24.02.2023 in Durban, Südafrika statt. Außerdem gibt es Kontinentalmeisterschaften, in Europa die EM. Erstmals wurde diese 1958 ausgetragen, seitdem fünf Mal in Deutschland. Schon 118 Medaillen konnte das deutsche Team bis heute bei Europameisterschaften sammeln.

Neben der WM gibt es den World Cup (nicht verwechseln mit der Weltmeisterschaft). Er wird von der ITTF veranstaltet und beinhaltet Einzel- sowie Teamwettbewerbe. Bei den Männern gab es die Premiere 1980, bei den Frauen 15 Jahre später. Einmal jährlich wird der World Cup im Einzel ausgespielt, teil nehmen unter anderem die Einzelweltmeister*innen und die Erstplatzierten der Kontinentalmeisterschaften. Alle zwei Jahre treten auch die Mannschaften an. 12 Teams spielen gegeneinander, qualifiziert sind die ersten sieben der letzten WM, das Gastgeberland und vier weitere. Eine Mannschaft besteht aus drei Spieler*innen. Mehr Einzelheiten zu den verschiedenen Tischtennis-Turnieren findest du bei tischtennis.de.

Tischtennisspieler*innen, die besonders sind

So viele Turniere und Medaillenchancen. Irgendwer muss diese ja alle gewinnen. Klar, Spieler*innen gibt es viele, aber wie in jeder Sportart stechen einige, die heraus.

Fred Perry

Besonders war die Karriere des Briten Fred Perry. Den Namen kennst du? Das liegt vielleicht an der Modemarke “Fred Perry”, die er nach seiner Sportkarriere gründete. Denn Perry spielte Tischtennis und Tennis, beides auf höchstem Niveau; 1929 wurde er Weltmeister im Tischtennis, bewegte sich kurz danach allerdings von der Platte auf den Tenniscourt. Er gewann mehrfach das renommierte Turnier in Wimbledon und war somit in beiden Sportarten höchst erfolgreich.

Victor Barna

Als “Mr. Tabletennis” wurde Victor Barna bezeichnet. Der Ungar wurde 1911 geboren und wurde in seiner Karriere 23-maliger Weltmeister in verschiedenen Wettbewerben. Zudem gewann er 17-mal die ungarische Meisterschaft.

Jan-Ove Waldner

Aus einer anderen Generation stammt Jan-Ove Waldner. Der Olympiasieger von 1992 wurde auch “Mozart des Tischtennis” genannt. Der Schwede gewann sechs WM-Titel und wurde elf Mal Europameister. Außerdem spielte er einige Jahre in der deutschen Tischtennis Bundesliga.

Timo Boll

Der vermutlich beste deutsche Spieler ist Timo Boll. 1981 in Erbach geboren, konnte Boll 2003, 2011 und 2018 zwischenzeitlich die Weltrangliste anführen. Dazu gewann er mehrere EM- und World Cup Titel, nahm an sechs Olympischen Spielen Teil und gewann dort mehrere Silber- und Bronze-Medaillen. 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio wurde er sogar zum Fahnenträger gewählt.

Josephina Neumann

So viele Titel wie Boll kann Josephina Neumann noch nicht vorweisen. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die erst 12-jährige zu werfen. Warum? In ihrem jungen Alter spielt die in Frankfurt geborene schon in der Bundesliga und in der Champions League für den TTC Berlin Eastside. Auch ihre Mutter spielte schon in der Bundesliga. In der Doku lernst du Josephina auf ihrem Weg zum Profi kennen.

Mehr Tische oder andere Schläger - Tischtennisvarianten und ähnliche Sportarten

Viel haben wir jetzt über den Tischtennis als Wettkampf- und Leistungssport erfahren. Tischtennis ist viel mehr als große Turniere. Es bietet viel Potential für Spaß, Unterhaltung und Bewegung. Vielleicht kennst du ja “Rundlauf”, eine Form des Tischtennis, bei dem beliebig viele Spieler*innen teilnehmen können. Dabei spielst du den Ball einmal, läufst um die Platte, stellst dich auf der anderen Seite an und wartest, bis alle anderen auch einen Schlag gemacht haben, bis du wieder dran bist. Spielst du so, dass der Ball nicht korrekt auf der anderen Seite aufkommt, fliegst du aus der Runde. Im Juni 2019 fand der größte Rundlauf der Welt statt. Im Düsseldorfer Stadion spielten über 2.000 Kinder und Jugendliche.

Neben privaten Platten oder Spielgeräten in Turnhallen stehen in vielen Parks Tischtennisplatten, auf denen in der Freizeit gespielt werden kann. Doch wie ist das eigentlich mit einer paralympischen Disziplin?

Para-Tischtennis

Auch Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung spielen Tischtennis. Para-Tischtennis ist sogar eine der ältesten paralympischen Sportarten. Es wird im Einzel oder im Doppel gespielt, mit verschiedenen Wettbewerben, abgestimmt auf den Grad der Behinderung. Das Regelwerk ist nahezu identisch mit dem des olympischen Tischtennis, lediglich leichte Anpassungen gibt es in Bezug auf die Einschränkungen. Der aktuelle Olympiasieger kommt sogar aus Deutschland, der Bochumer Valentin Baus gewann 2021 in Tokio.

Tennis

Neben Tischtennis-Varianten, zu denen wir gleich noch kommen, gibt es eine Sportart, an die man bei dem Wort Tischtennis direkt denken muss: das Tennis. Schon der Name verrät die Ähnlichkeit, und wie schon beschrieben, Tischtennis entstand aus dem Tennis. Die Spielidee ist ziemlich ähnlich, nur dass man im Tischtennis quasi “auf der Platte” steht. Außerdem ist im Tennis alles größer als im Tischtennis, der Platz, der Ball oder der Schläger.

Tennisspieler von hinten

Headis

Eine weitere ähnliche Sportart ist Headis, eine Mischung aus Tischtennis und Fußball. Es wird an einer Tischtennisplatte gespielt, allerdings wird der Ball nur mit dem Kopf berührt. Ein Headis-Ball ist 100 Gramm schwer, besteht aus Gummi und hat einen Umfang von 50 cm.

TTX

Die Idee hinter TTX: Tischtennis überall und unter allen Bedingungen spielen. Somit entstand diese moderne Variante des Spiels. Der Ball ist etwas größer und schwerer, damit er bei Wind besser gespielt werden kann. Zudem sind die Schläger einfacher konzipiert und es gibt wenige Regeln. Einen Einblick erhältst du im folgenden Video.

Clickball

Eine weitere Variante und das “Gegenteil” von TTX ist Clickball. Hier soll Tischtennis wie in seiner ursprünglichsten Form gespielt werden. Das Spielmaterial ist einfach, die Schläger bestehen aus Holz und sind mit Sandpapier beklebt. So wird das Spiel nahezu rotationslos und deutlich langsamer. Außerdem gibt es eine andere Zählweise als beim klassischen Tischtennis.

Hardbat

Beim Hardbat wird mit Schlägern mit kurzen Noppen außen und ohne Schwamm gespielt. So haben auch hier die Ballwechsel weniger Tempo und dauern durchschnittlich deutlich länger. Allerdings gibt es in Deutschland kein einheitliches Regelwerk.

4er-Tisch

Eine Platte? Zu langweilig. Deswegen werden beim 4er-Tisch vier Tischtennisplatten aneinandergestellt. Das Netz ist 32 cm hoch, und der Ball darf im Gegensatz zu sonst zwei Mal aufticken. An den riesigen Tischen wird bei Turnieren im Einzel oder Doppel gespielt.



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Finja Wendland | Content Creator

Als Kind ist Finja geritten, heute spielt sie in ihrer Freizeit Fußball und verfasst Rezensionen für Zeitschriften. Die angehende Journalismus-Studentin gräbt sich so tief in neue Themen ein, dass die Leser*innen ihrer Beiträge am Ende wirklich alles Wissenswerte dazu nachlesen können. Zudem konzipiert sie mit Vorliebe informative Grafiken und unterhaltsame Quiz-Formate zu verschiedensten Sportarten, sodass ihre Kolleg*innen auch etwas lernen.
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Als Kind ist Finja geritten, heute spielt sie in ihrer Freizeit Fußball und verfasst Rezensionen für Zeitschriften. Die angehende Journalismus-Studentin gräbt sich so tief in neue Themen ein, dass die Leser*innen ihrer Beiträge am Ende wirklich alles Wissenswerte dazu nachlesen können. Zudem konzipiert sie mit Vorliebe informative Grafiken und unterhaltsame Quiz-Formate zu verschiedensten Sportarten, sodass ihre Kolleg*innen auch etwas lernen.
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