Glückliches neues Jahr: Mit Sport zu mehr Lichtblicken?
Am 21. Dezember war der kürzeste Tag des Jahres. Für die meisten von uns fühlt es sich ob der Aussicht auf strenge Kontaktbeschränkungen allerdings nicht so an, als dass die Tage wieder länger und heller werden. Da stellt sich die Frage: Kann man sich durch Sporttreiben in dieser Situation selbst kleine Lichtblicke bescheren und das eigene Glücksgefühl steigern?
Wie wird Sport zur Happy Pill?
Professor Jens Kleinert vom psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln erklärt, dass Sport uns vor allem dann “glücklich oder zumindest zufrieden” macht, wenn eines der folgenden drei tiefen, inneren Bedürfnisse befriedigt wird:
- Autonomie
Demnach macht Sport uns vor allem dann zufrieden, “wenn wir die Sportaktivität wirklich völlig frei wählen können und selbstbestimmt sind”. Es geht hierbei darum, ohne Zwang von außen selbst entscheiden zu können, welcher Sportart man nachgeht. - Kompetenz
Auch wenn man merkt, “dass man was kann”, die Sportausübung also “das Bedürfnis nach Kompetenz befriedigt”, macht Bewegung glücklich. Es ist demnach wichtig, sich eine Sportart auszusuchen, in der man sich ein Stück weit fähig fühlt und/oder schnell Fortschritte macht. - Beziehung
Mindestens genauso wichtig ist das Bedürfnis nach Beziehung. “Das können aber Freunde genauso gut sein wie eine Mannschaft.” Zentral ist es, gemeinsam etwas zu bewegen, sich mit jemand anderem verbunden zu fühlen.
Mindestens eines dieser Bedürfnisse sollte befriedigt sein, damit Sport die Zufriedenheit steigert, so der Fachmann im folgenden Video:
Gute Vorsätze und sportliche Wünsche fürs neue Jahr
Vor dem Hintergrund der nicht enden wollenden Pandemie sind das doch eigentlich gute Nachrichten: Schließlich kann sich jeder ein Stück weit selbst helfen und die persönliche Zufriedenheit durch Sport steigern. Oder etwa nicht?
Jein. Denn so ganz autonom sind wir ja momentan nicht, was die Wahl der Sportarten anbelangt: Strenge Auflagen führen mancherorts dazu, dass gerade die Ausübung von Indoor-Sportarten mindestens erschwert wird. Auch das Sporttreiben in der Gruppe ist nicht so ohne weiteres möglich.
Andererseits spricht nichts dagegen, Wandern, Laufen oder Radfahren zu gehen und sich am eigenen Kompetenzgewinn und Lernfortschritt zu erfreuen.
Dennoch wünschen wir allen Sportbegeisterten, dass die gesundheitsfördernden Aspekte des Sports künftig stärker berücksichtigt werden, wenn über die Corona-Bekämpfungsmaßnahmen beraten wird. Zumal die rund 90.000 deutschen Sportvereine in den vergangenen Monaten bewiesen haben, dass sie verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen.
Um es mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu sagen:
Das Infektionsrisiko im Außenbereich ist anerkannt geringer. Mehr als eine 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) darf deshalb für den Sport im Außenbereich nicht gelten. Für Sport im Innenbereich ist 2G (geimpft oder genesen) sinnvoll.
Kinder und Jugendliche sollten […] bei allen Maßnahmen privilegiert werden. Sie sind nach Überzeugung des DOSB Geimpften und Genesenen gleichzustellen. Dort, wo Testnachweise erforderlich sind, müssen die regelmäßigen Schultestungen für den Vereinssport anerkannt werden. Dies gilt ebenfalls für Tests aus der Arbeitswelt für alle Altersgruppen.
Wir wünschen uns für 2022, dass die guten Neujahrs-Vorsätze nur an uns selbst scheitern können und der Vereinssport möglich bleibt beziehungsweise wieder einfacher möglich wird. Denn die gesundheitsfördernde Wirkung des Sports steht außer Frage.