Alles, was du über Wasserball wissen musst
Wasserball ist die älteste olympische Mannschaftssportart und ist schon seit den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit 1900 in Paris Teil des Olympischen Wettkampfprogramm. Doch wie wird der Sport eigentlich gespielt? Wie ist er entstanden? Und welche Nationen sind im Wasserball am Stärksten. All das und vieles mehr verraten wir dir im folgenden Text.
Die Geschichte des Wasserballs
Wie genau der Wasserballsport entstanden ist, lässt sich nicht gesichert sagen, da es hierzu unterschiedliche Angaben gibt. Eine Version stammt beispielsweise vom späteren Wasserball-Olympioniken Dick Hodgson. Er berichtete in einem BBC-Interview davon, dass sein Vater im Training seines Rugbyvereins oftmals im Pool des Trainingsgeländes eine Art Wasser-Rugby spielte, welches bereits viele Ähnlichkeiten mit dem späteren Wasserball-Sport aufwies.
Was hingegen klar ist, dass sich Vorläufer des Sports in den 1870er-Jahren herausbildeten. Das erste richtige Regelwerk wurde ebenfalls in dieser Zeit am 14. Juli 1876 vom Bornemouth Premier Rowing Club veröffentlicht. In diesem Zusammenhang trug der Verein zugleich auch das erste aufgezeichnete Wasserball-Spiel aus. Dieses wurde von den Zeitungen damals noch als “aquatic handball” bezeichnet.
Statt auf ein Tor wurde dabei auf ein Floß gespielt, auf dem der Ball im gegnerischen Feld abgelegt werden musste. Das Spiel auf Tore entwickelte sich 12 Jahre später als der englische Schwimmverband ein Komitee gründete, um die Regeln zu verbessern. Diese Regeländerungen ließen die Popularität des Sports weiter ansteigen und bereits zwei Jahre später fand im Jahr 1890 mit dem Spiel Schottland gegen England das erste Länderspiel im Wasserball statt.
Wenig später verbreitete sich das Spiel auch in Kontinentaleuropa und den USA. Hierzulande spielte der Schwimmclub Borussia Berlin im Jahr 1894 als erster Verein Wasserball. Die Sportart verbreitete sich von dort innerhalb Deutschlands immer weiter, sodass der deutsche Schwimm-Verband 1912 erstmals eine deutsche Meisterschaft im Wasserball austrug.
Schon zuvor feierte die Sportart im Jahr 1900 ihr Olympia-Debüt. Damit ist Wasserball die älteste Olympische Mannschaftssportart. Dicht gefolgt von Fußball, was 1908 ins Wettkampfprogramm aufgenommen wurde. Bei den ersten beiden Olympischen Spielen 1900 und 1904 spielten noch nur Vereinsmannschaften gegeneinander, bevor sich ab den Olympischen Spielen 1908 in London Nationalteams duellierten.
Zur gleichen Zeit begannen auch die ersten Frauenteams sich im Wasserball auf Vereinsebene zu messen. Olympische Wettbewerbe für Frauen im Wasserball kamen dennoch erst exakt 100 Jahre nach dem Olympia-Debüt der Herren bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney hinzu.
Zuvor hatte sich der Wasserball-Sport im Frauenbereich nach und nach weiterentwickelt. Dabei waren einige Regionen wie die Niederlande, die USA oder Spanien deutlich schneller als andere. Diese Entwicklung führte dazu, dass 1986 die erste Wasserball-Weltmeisterschaft der Frauen in Madrid stattfand. Schon ein Jahr zuvor fand in Oslo die erste Europameisterschaft der Frauen im Wasserball statt. Dabei gewannen die deutschen Frauen mit Bronze ihre bis heute einzige Medaille bei einem internationalen Großereignis.
So wird gespielt: Die Regeln im Überblick
Es ist beim Wasserball kein konkreter Schwimmstil vorgegeben. In der Praxis wird in ruhigeren Situationen meist der kraftsparendere Brust-Schwimmstil geschwommen, während bei schnellen Sprints der Kraul-Stil eingesetzt wird. Es ist auch möglich sich vom Boden des Beckens abzustoßen, allerdings nur dann, wenn man sich nicht selbst im Ballbesitz befindet.
Teamgröße: Pro Team sind gleichzeitig sieben Spieler:innen auf dem Feld, davon 6 Feldspieler:innen und ein:e Torhüter:in. Insgesamt darf der Kader eines Wasserball-Teams aus bis zu 13 Personen bestehen. Es darf während des Spiels auf allen Positionen unbegrenzt gewechselt werden.
Positionen: Es gibt sieben verschiedene Positionen beim Wasserball, die aufgeteilt sind auf die sieben Spieler:innen: Der Center ist auf der roten Linie, nahe zum Tor. Jeweils zwischen der roten und der gelben Linie befindet sich links und rechts jeweils ein Spieler, diese Positionen nennt man Links-Außen und Rechts-Außen. Vor der gelben Linie befindet sich ebenfalls rechts und links jeweils ein Spieler, dessen Positionen als Links-Halbe und Rechts-Halbe bezeichnet werden. Vorneweg ist die Position Mitte, welche die Spitze der Aufstellung bildet.
Spieldauer: Gespielt wird 4 x 8 Minuten. Die Spielzeit wird dabei effektiv gemessen. Bei einem Unentschieden kommt eine 2 x 3-minütige Verlängerung. Nach dem ersten und dritten Viertel gibt es eine Auszeit von 2 Minuten, zur Halbzeit eine von 5 Minuten. Nach zwei Vierteln werden die Seiten gewechselt.
Dribbling: Sobald ein:e Spieler:in im Ballbesitz ist, darf er/sie den Boden des Beckens nicht mehr berühren. Der Ball darf beim Dribbling mit jedem Körperteil berührt werden, allerdings von Feldspieler:innen immer nur mit einer der beiden Hände gleichzeitig.
Spielfeld: Das Spielfeld ist rechteckig und zwischen 20 und 30 m (bei den Frauen maximal 25 m) lang und zwischen 10 und 20 m breit. An jedem Ende des Spielfelds steht ein Tor, welches 3 m breit und 90 cm hoch ist. Das Spielfeld ist in Zonen unterteilt. 2 Meter von den Torauslinien befindet sich eine rote Linie, die den 2-Meter-Raum kennzeichnet. In diesem Bereich darf kein Spieler schwimmen, es sei denn, er ist im Ballbesitz. Ebenso gibt es in 5 Meter-Entfernung eine gelbe Linie, die den 5-Meter-Raum, auch Strafraum, kennzeichnet. Innerhalb des eigenen 5-Meter-Raums darf der/die Torhüter:in den Ball mit beiden Händen fangen und spielen. Die Mittellinie ist weiß gekennzeichnet und wird auch “Beckenmitte” genannt. Ein Überqueren der Beckenmitte ist den Torhütern:innen untersagt.
Beckentiefe: Das Becken beim Wasserball ist üblicherweise 1,80 m tief. Der Beckenboden darf während des Ballbesitzes nicht aktiv genutzt werden. Bei Zuwiderhandlung erhält das gegnerische Team einen Freiwurf.
Spielbeginn: Der Ball wird zu Beginn mithilfe des sogenannten “Anschwimmens” ins Spiel gebracht. Dabei wird der Ball an der Mittellinie platziert und die Feldspieler:innen schwimmen mit dem Anpfiff von der Torlinie in das Spielfeld. Die Person, die als erstes den Ball erreicht ist zu Beginn im Ballbesitz. Aus diesem Grund probieren die schnellsten Schwimmer:innen jedes Teams normalerweise direkt den Ball zu erreichen.
Angriffszeit: Um die Wasserball-Spiele schneller und attraktiver zu gestalten gibt es beim Wasserball - ähnlich wie etwa beim Basketball - eine Angriffszeit. Diese beträgt 30 Sekunden. Ist die Zeit abgelaufen, ohne dass es zu einem Abschluss kam, kann ein einfaches Foul gepfiffen werden. Die Angriffszeit nach Torschuss, Eckball und/oder Ausschluss liegt hingegen nur noch 20 Sekunden.
Auszeiten: Jeder Mannschaft stehen zwei Auszeiten pro Spiel zur Verfügung. Die Dauer einer Auszeit beträgt eine Minute.
Fouls beim Wasserball
Beim Wasserball wird zwischen verschiedenen Stufen von Fouls unterschieden. Diese ziehen je nach Schwere des Fouls unterschiedliche Konsequenzen nach sich. Welche Vergehen zu welcher Stufe zählen und welche Strafen es dafür gibt, haben wir dir in diesem Abschnitt aufgelistet:
Einfache Fouls: Die folgenden Vergehen zählen als einfache Fouls und werden mit einem Freiwurf geahndet (dieser wird von dem Ort des Balls ausgeführt, es sei denn der Ball befindet sich im 2-Meter-Raum):
- Unter Wasser drücken des Balles
- Behinderung des Gegners/der Gegnerin durch Wegdrücken
- Angreifen eines Gegners, der den Ball nicht führt (bspw. über Schulter greifen), auch “normales Foul” genannt
- Als Angreifer ohne Ball in den 2-Meter-Raum schwimmen
- Ablaufen der Angriffszeit ohne Torabschluss
- Berühren des Balls mit beiden Händen gleichzeitig
- Absichtliches Werfen des Balls ins Aus
Persönliche Fouls: die folgenden Vergehen zählen als persönliche Fouls. Für ein persönliches Feld wird die betroffene Person für 20 Sekunden vom Feld verwiesen, sodass ihr Team in dieser Zeit mit einer Person weniger agieren muss. Sobald ein:e Spieler:in drei persönliche Fouls in einem Spiel angesammelt hat muss er/sie zudem ausgewechselt werden und darf nicht mehr am Spiel teilnehmen:
- Festhalten, Ziehen und unter Wasser drücken des Gegners/der Gegnerin
- Respektlosigkeit gegenüber des Gegners bzw. der Gegnerin
- Überschwimmen des Gegners bzw. der Gegnerin
- Jegliches Foul innerhalb des Strafraums (innerhalb der 5-Meter-Linie), welches ein mögliches Tor verhindert
Brutalitätsfouls: Die folgenden Vergehen werden mit dem Ausschließen des Spielers oder der Spielerin für das gesamte Spiel (oder je nach Schwere des Fouls auch die darauffolgenden Spiele) und einem Strafwurf (ein Wurf von der 5-Meter-Linie) geahndet. Es handelt sich dabei um eine "Hinausstellung mit Ersatz" - die betroffene Person darf also durch eine:n andere:n Spieler:in - ersetzt werden.
- Behinderung während der Auswührung eines Strafswurfs
- Beleidigung oder Ungehorsamkeit gegenüber das Kampfgerichts
Bei besonders extremen Vergehen wie Schlägen oder Tritten gegen Gegenspieler:innen oder Kampfrichter:innen kann es auch zu einer Hinausstellung mit Ersatz nach 4 Minuten kommen. Dann muss die betroffene Person also das Feld sofort für den Rest des Spiels verlassen und darf erst nach vier Minuten durch eine:n andere:n Spieler:in ersetzt werden.
Erfolgreiche Nationen im Wasserball
Im folgenden Abschnitt schauen wir uns an, welche Nationen in der jüngeren Vergangenheit den Wasserballsport dominiert haben.
Die Top-Nationen bei den Frauen
Die Frage nach der dominanten Nation im Wasserballsport der Frauen ist angesichts der jüngeren Historie relativ leicht beantwortet: Denn die Wasserballerinnen der USA haben in den letzten rund 12 Jahren absolut dominiert. Drei von vier Olympischen Goldmedaillen und fünf von sieben möglichen WM-Titeln haben die US-Frauen in diesem Zeitraum gewinnen können. Vor den diesjährigen Olympischen Spielen in Paris machte das Team insbesondere durch ihren Edelfan und Sponsor Flavor Flav Schlagzeilen, der das Team nicht nur finanziell bis 2029 unterstützen wird, sondern zugleich seine Reichweite nutzt, um den Spielerinnen der USA ein größeres Publikum zu verschaffen. Sportlich waren die Spiele in Paris jedoch nur bedingt von Erfolg gekrönt: Mit Platz vier verpassten sie erstmals in der Geschichte des Teams eine Olympische Medaille.
Gold ging in Paris stattdessen an die Spanierinnen. Das spanische Team hatte zuvor bereits 2012 in London und zuletzt 2020 in Tokio Silber gewinnen können, bevor man sich nun in Paris die erste Olympische Goldmaille sichern konnte. Die Silbermedaille gewann das Team aus Australien, welches in der Vergangenheit bereits einmal Gold und zweimal Bronze gewinnen konnte. Bronze sicherten sich die Niederländerinnen. Sie besiegten die US-Frauen im Spiel um Bronze mit 11:10 und gewannen damit ihre erste Olympische Medaille seit dem Gold-Triumph bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking.
Das deutsche Team konnte sich bei den Frauen leider nicht für das Olympische Wasserball-Turnier qualifizieren, nachdem man bei der Wasserball-EM Anfang des Jahres im Achtelfinale mit 6:14 gegen Frankreich ausgeschieden war. Es wäre das erste Mal gewesen, dass ein deutsches Frauen-Team bei den Wasserball-Wettbewerben dabei gewesen wäre.
Die größten Erfolge der deutschen Wasserballerinnen in der jüngeren Vergangenheit waren der Viertelfinaleinzug bei den Europameisterschaften 2016 und 2018 und der zehnte Platz bei der Weltmeisterschaft 2009. Zuletzt verpasste man jedoch dreimal in Folge das EM-Viertelfinale und konnte sich nicht mehr für die Weltmeisterschaften qualifizieren.
- Spanien
- Australien
- Niederlande
- USA
- Ungarn
- Italien
- Griechenland
- Kanada
- Frankreich
- China
Die Top-Nationen bei den Männern
Bei den Männern dominierten in den vergangenen Jahren vor allem die Serben die Wasserball-Wettbewerbe. Sowohl 2016 in Rio de Janeiro, 2021 in Tokio als auch bei den diesjährigen Olympischen Sommerspielen in Paris konnten sie sich die Goldmedaille sichern. Daneben gab es zuvor 2008 und 2012 für sie jeweils Bronze. Bei der letzten Weltmeisterschaft im Februar 2024 landeten sie nach Niederlagen gegen Kroatien und Griechenland jedoch nur auf Platz sechs.
Ebenfalls stolze Medaillengewinner sind die Kroaten, die derzeit amtierender Weltmeister sind und dieses Jahr bei den Olympischen Spielen in Paris Silber gewannen. Auch in den letzten Jahren konnten sie bereits einmal Gold (2012 in London) und einmal Silber (2016 in Rio) erspielen. Bronze ging in diesem Jahr an die USA, für die es nach Silber 2008 in Peking die zweite Olympische Medaille seit der Jahrtausendwende war. Keine Medaille in Paris gewinnen konnte das Ungarische Team. Mit Olympia-Gold bei den Sommerspielen 200, 2004 und 2008 und Bronze im Jahr 2021 in Rio zählen sie jedoch dennoch zu den großen Wasserball-Nationen.
Die deutschen Herren waren nicht bei dem Olympischen Wasserballturnier in Paris dabei, da sie in den EM-Playoffs gegen Montenegro mit 5:10 ausgeschieden waren. Das letzte Mal, dass das deutsche Wasserballteam bei Olympia dabei war, ist bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewesen. Damals schied man nur denkbar knapp in der Gruppenphase aus und wurde am Ende Zehnter.
Das deutsche Wasserball-Team der Herren blickt zwar unter anderem bereits auf einen Olympiasieg und zwei Europameister-Titel zurück. Diese liegen jedoch allesamt bereits über 35 Jahre zurück. Der bislang einzige Olympiasieg des deutschen Teams stammt sogar noch von den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam. Der größte Erfolg der jüngeren Vergangenheit ist wohl der achte Platz bei der WM 2022 in Budapest.
- Serbien
- Kroatien
- USA
- Ungarn
- Griechenland
- Spanien
- Italien
- Australien
- Montenegro
- Frankreich
- Japan
- Rumänien
Wasserball-Vereine in Deutschland
In Deutschland gibt es laut Angaben des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) rund 2.300 Vereine, die Wasserball anbieten. Eine Auswahl einiger größerer Vereine haben wir dir in diesem Abschnitt zusammengestellt. Falls du wissen möchtest, welche weiteren Vereine es in deiner Nähe gibt, können wir dir den "Vereinsfinder" des DSV ans Herz legen.
- Baden: u.a. SV Nikar Heidelberg & TSG Weinheim
- Bayern: u.a. SV Augsburg & 1.FC Nürnberg
- Berlin: u.a. Wasserfreunde Spandau 04 & SG Neukölln Berlin
- Brandenburg: u.a. ASC Brandenburg & OSC Potsdam
- Bremen: u.a. Bremischer Schwimmverein & SV Bremen 10
- Hamburg: u.a. Eimsbütteler TV & Poseidon Hamburg
- Hessen: u.a. VfB Friedberg & Erster Offenbacher Schwimmclub
- Mecklenburg-Vorpommern: u.a. TriSport Schwerin & HSG Warnemünde
- Niedersachsen: u.a. Waspo 98 Hannover & Eintracht Braunschweig
- Nordrhein-Westfalen: u.a. ASC Duisburg & SC Rote Erde Hamm
- Rheinland: u.a. SC Poseidon Koblenz & SSV Trier
- Saarland: u.a. SV Saarbrücken & SV Friedrichsthal 1937
- Sachsen-Anhalt: u.a. Wasserball Union Magdeburg & SV Halle
- Sachsen: u.a. SC Chemnitz & SWR TuR Dresden
- Schleswig-Holstein: u.a. Ahrensburger TSV & TV Keitum
- Südwest (Pfalz): u.a. SC Neustadt & 1. Wormser Schwimmclub Poseidon
- Thüringen: u.a. VfL 1990 Gera & Erfurter SSC
- Württemberg: u.a. SV Cannstatt & SSV Ulm 1846
Wettbewerbe im Wasserball
Im Wasserballsport gibt es eine Reihe nationaler und internationaler Wettbewerbe, die für Vereins- und Nationalmannschaften ausgetragen werden. Die wichtigsten davon stellen wir dir hier kurz und knapp vor.
Vereinswettbewerbe
Deutsche Wasserball-Liga: Die 1970 gegründete Deutsche Wasserball-Liga ist die höchste deutsche Spielklasse im Wasserballsport. Hier spielen seit 1970 die besten deutschen Herrenteams und seit 1998 auch die besten deutschen Frauenteams gegeneinander. Bei den Herren ist die Liga in zwei Gruppen mit je acht Teams eingeteilt. Dabei gibt es eine “höhere” (Pro A) und eine “niedrigere” (Pro B) Gruppe. Die Top 4 der ProA qualifizieren sich für das Viertelfinale um den Meistertitel.
Die Plätze 5 bis 8 der Pro A spielen gegen die Plätze 1 bis 4 der ProB in den “Pre-Play-Offs" um die übrigen vier Viertelfinalplätze. Die Verlierer dieser Spiele müssen in den Play-Downs gegen den Abstieg spielen. Bei den Frauen hingegen ist die Liga eingleisig. Hier spielen nur sechs Teams in der höchsten Spielklasse. Diese treffen je zweimal in der regulären Saison aufeinander, bevor in den Play-Offs in Halbfinale, Finale, Spiel um Platz 3 und Spiel um Platz 5 die einzelnen Platzierungen ausgespielt werden.
LEN-Champions League: Die LEN-Champions League ist ähnlich wie die Champions League im Fußball der größte Vereinswettbewerb im europäischen Wasserballsport, in dem die besten Teams der einzelnen Top-Ligen gegeneinander antreten. Gespielt wird erst in einer Gruppenphase, bestehend aus vier Vierergruppen, aus denen jeweils die beiden Erstplatzierten das Viertelfinale erreichen. Ab da geht es dann im K.O.-System weiter. Amtierender Champions-League-Sieger ist aktuell Ferencvárosi TC aus Ungarn.
LEN Euro-Cup: Seit 1992 gibt es neben der LEN-Champions League auch noch den LEN Euro Cup, der auf internationaler Ebene quasi “die zweite Liga” hinter der Champions League ist. Er ist damit grob mit der Europa League im Fußball vergleichbar. Amtierender Sieger ist der kroatische Verein VK Jug Dubrovnik. Mit Spandau 04 Berlin erreichte in der vergangenen Saison zudem ein deutsches Team das Halbfinale.
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Nationen-Wettbewerbe
Olympische Spiele: Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ist Wasserball die älteste Olympische Mannschaftssportart überhaupt und ist bereits seit 2000 Teil der Olympischen Sommerspiele. Seit 2000 wird dort neben dem Wettbewerb der Männer auch ein Turnier für Frauen ausgetragen. Das Turnier der Herren besteht aus 12 Nationen, das Turnier der Frauen aus 10. Amtierende Olympiasieger sind bei den Herren aktuell die Serben und bei den Frauen die Auswahl aus Spanien.
Weltmeisterschaft: Seit 1973 werden im Rahmen der Schwimmweltmeisterschaften auch die Weltmeisterschaften im Wasserball ausgetragen. Zu Beginn gab es wie bei den Olympischen Spielen auch hier nur ein Turnier für Männer-Nationalmannschaften. Ab 1986 kam jedoch auch ein Turnier für Frauen hinzu. Amtierender Weltmeister bei den Herren ist derzeit Kroatien. Bei den Frauen sind die USA nicht nur amtierender Weltmeister, sondern mit acht Titeln bei bislang 17 Weltmeisterschaften zugleich auch Rekordweltmeister.
Kontinentale Turniere: Auf kontinentaler Ebene gibt es im Wasserball insgesamt drei Wettbewerbe. Die Europameisterschaft, den Asien-Cup und den Panamerika-Cup. Die Europameisterschaften wurden bereits weit vor den Weltmeisterschaften im Jahr 1926 ins Leben gerufen. Der Asien-Cup kam 1984 hinzu, bevor schließlich im Jahr 2006 mit dem Panamerika auch der dritte und bis dato letzte kontinentale Wettbewerb entstanden ist. In Afrika und Ozeanien gibt es aktuell noch keine kontinentalen Wettbewerbe.
Wasserball-Weltcup (zuvor World League): Neben der Weltmeisterschaft im Wasserball gibt es mit dem Wasserball-Weltcup einen weiteren weltweiten Wettbewerb für Nationalteams. Dort nehmen insgesamt 24 Nationen aus aller Welt teil. Das Turnier ist in zwei Divisionen eingeteilt. In der oberen Division spielen die besten Teams der vorherigen Weltmeisterschaft, in der unteren Division hingegen die Sieger von kontinentalen Qualifikationsturnieren. Die Divisionen spielen erst untereinander, bevor schließlich im Super-Finale die Top 6 der ersten Division und die Top 2 der zweiten Division aufeinandertreffen, um den Gesamtsieg zu spielen.
Equipment beim Wasserball
Kappen: Um die Teams voneinander zu unterscheiden, tragen die beiden Mannschaften verschiedenfarbige Badekappen. Diese dienen neben der Abgrenzung beider Teams auch dem Schutz der Spieler:innen. Auf Höhe der Ohren haben die Kappen jeweils eine Schale aus Hartplastik, die den Bereich rund um das Ohr schützen.
Der Ball: Der Ball beim Wasserball ist zwischen 400 und 450 g schwer. Der Umfang beträgt bei den Männern 68 – 71 cm und bei den Frauen 65 – 67 cm. Er besteht aus einer Gummiblase, die von einer Plastikhülle umschlossen wird. Die Farbe des Balls muss so gewählt werden, dass er sich deutlich von den Farben der Kappen beider Teams unterscheidet. Der Ball beim Wasserball hat trotz des gleichen Namens im Übrigen nichts mit den aufblasbaren Wasserbällen zu tun, mit denen oft am Strand oder am Pool gespielt wird.
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