Hockeyspiel
  • Samuel Cartelli
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Alles, was du über (Feld-)Hockey wissen musst

Obwohl Deutschland geschlechterübergreifend seit Jahrzehnten zu den besten Hockeynationen der Welt zählt, erfreut sich der Sport hierzulande immer noch relativ geringer Bekanntheit. Falls du schon immer wissen wolltest, was es mit dem Treibballspiel genau auf sich hat, haben wir dir im Folgenden alle wichtigen Informationen zusammengestellt.

Von Ägypten nach England – Die Geschichte des Hockeys

Wo genau die Anfänge des Hockeysports liegen, ist heute kaum noch vollständig rekonstruierbar. Klar ist allerdings, dass schon die alten Ägypter ein hockeyähnliches Spiel kannten. Das geht aus mehreren Wandzeichnungen hervor, die sich heute noch in einem 4000 Jahre alten Grab finden lassen.

Heute lassen sich in verschiedensten Museen Beweise finden, dass die Ballsportart ebenfalls im antiken Griechenland und Rom gespielt wurde. Da Stockballspiele auch bereits von den Azteken sowie im arabischen und asiatischen Raum ausgeübt wurden, kann man davon ausgehen, dass fast die ganze Welt eine Urform des heutigen Hockeys kannte.

Im Mittelalter waren es vor allem die Briten, die Hockey mit Sportarten wie Hurling, Banty oder Shinty näher an die Moderne brachten. Richtige Regeln gab es hier allerdings noch nicht, Mannschaften spielten teilweise mit mehr als 100 Spielern pro Team. Der heute verbotene Körperkontakt gehörte damals noch fest zum Sport, der mehr einem Kampf glich.

Die Herkunft des Begriffs “Hockey” ist nicht ganz klar, jedoch setzten sich zwei mögliche Theorien durch. Als wahrscheinlicher gilt die Ableitung vom altfranzösischen “hoquet”, was so viel wie Schäferstock bedeutet.

Im Folgenden geriet die Entwicklung des Sports bis zum 19. Jahrhundert ins Stocken, hauptsächlich spielte man ihn an Schulen. Der britische Gouverneur Robert Bowler-Lytton bezeichnete Hockey bereits 1853 als “altmodisches Spiel”, jedoch wird ungefähr zur gleichen Zeit in London der erste Hockeyclub gegründet. Gespielt wurde dort allerdings noch mit einem Würfel als Spielgerät, wobei die Anzahl an Personen pro Team schon auf 15 geschrumpft war.

Weiter modernisiert wurde das Spiel während der 1870er Jahre durch mehrere Londoner Cricket-Clubs. Diese suchten nach einer anderen Wintersportart als Fußball und nahmen sich der Aufgabe an, das Hockey zu revolutionieren. Gespielt wurde neuerdings mit einem Cricketball, außerdem sank die Anzahl an Spielern auf die heute bekannten elf pro Mannschaft.

Hockey war hier, um zu bleiben, das war spätestens seit der Gründung der Hockey Association 1886 klar. Dass das Damenhockey schon damals gesellschaftlich akzeptiert wurde, half der Popularität der Sportart natürlich weiter. Der erste Dachverband der Damen wurde nur kurz nach dem der Herren gegründet. Jedoch waren Röcke für Spielerinnen vorgeschrieben.

Durch die Kolonialgeschichte der Briten, die unter anderem ihren Sport in den Kolonien verbreiteten, erlangte Hockey bald globale Bekanntheit. Daher kommt es nicht überraschend, dass das Treibballspiel bereits 1908 den Olympischen Spielen angehörte. Das tut es auch bis heute, mit der Ausnahme von 1924. Da der Sport keinen internationalen Verband hatte, wurde er von den Spielen ausgeschlossen, woraufhin in Paris die “Fédération Internationale de Hockey sur Gazon” gegründet wurde. Die FIH ist bis heute der Hockey-Weltverband, allerdings strich er “sur gazon” 1965 aus seinem Namen.

In Deutschland wurde der Sport ebenfalls durch die Briten popularisiert. Gegen Ende der 1880er Jahre gründeten Engländer in der späteren Bundesrepublik erste Vereinigungen. Kurz nach der Jahrhundertwende entstand in Hamburg der erste offizielle Hockey-Club, nur zwei Jahre vorher fand in Berlin das erste Spiel der Damen statt. Durch die wachsende Beliebtheit des Sports war die Gründung des Deutschen Hockey-Bunds an Silvester 1909 überfällig.

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Hockey in Deutschland

Die Erfolge der deutschen Hockeyteams dieses Jahrtausends beeinflusst die Vereinsentwicklung sichtlich positiv. Mittlerweile ist Hockey ein, abgesehen vom Corona-Jahr 2020, in Deutschland stetig wachsender Sport mit mittlerweile rund 84.000 Mitgliedern. Etwa 30% mehr als noch vor 20 Jahren.

Diese Mitglieder werden in 366 Vereine unterteilt, die 15 Landesverbänden angehören. Die Landesverbände sind noch mal vier Regionalverbänden untergeordnet. Welche Vereine es in deiner Nähe gibt, kannst du hier einsehen.

Den wahrscheinlich größten Anteil am Erfolg der Nationalteams hatten vermutlich zwei Namen. Die erste Erwähnung muss hier an die Rekordnationalspielerin Natascha Keller gehen. Die Olympiasiegerin von 2004 schaffte mit diesem Triumph das, was ihrem Vater schon 1972 gelang. Weiter wurde die Stürmerin 1998 Europameisterin in der Halle sowie Welthockeyspielerin im darauffolgenden Jahr.

Als erster Hockeyprofi war sie Fahnenträgerin bei den Olympischen Spielen in London 2012. Nach den Spielen beendete die damals 35-jährige ihre Karriere in der Nationalmannschaft. Kurz vor den Spielen wurde sie in diesem Video kurz vorgestellt.

Bei den Männern stand Mo Fürste über ein Jahrzehnt lang an der Hockey-Weltspitze. Der Goldmedaillengewinner von 2008 und 2012 konnte diesen Erfolg 2016 nicht wiederholen. Trotzdem erreichte die deutsche Mannschaft den dritten Platz. Abgesehen von Olympia gewann der Mittelfeldspieler sechs weitere Goldmedaillen, verteilt auf Halle und Feld.

Der Hamburger war 2008 und 2010 wertvollster Spieler der Euro Hockey League, als Welthockeyspieler wurde er 2012 ausgezeichnet.

Der auch über den Hockeysport hinaus wahrscheinlich bekannteste Trainer ist Bernhard Peters. Der Coach gewann mit der Herren-Nationalmannschaft zwischen 2000 und 2006 drei Weltmeistertitel. 2006 wurde er als möglicher Sportdirektor beim DFB gehandelt, bevor er kurze Zeit später ei der TSG 1899 Hoffenheim unterschrieb. Weiter war er bis 2008 im DFB-Trainerteam als Berater aktiv. Zu seinen anderen Stationen im Profifußball zählen der HSV, Schalke 04, Mainz sowie St. Louis City in der MLS.

Falls du die Hockey-Bundesliga live verfolgen willst, geht das über die Website der deutschen Hockeyliga, auch auf Abruf. Der Streamingdienst DAZN sicherte sich derweil die Rechte für die kürzlich zu Ende gegangene WM der Damen. Das Verfolgen im Liveticker ist ebenfalls über mehrere Anbieter wie z.B. die Sportschau möglich.

Parallelen zum Fußball - Positionen im Feldhockey

Die Positionen beim Hockey sind im Grunde ähnlich zum Fußball. Gespielt wird stets mit zehn Feldspielern und einem Torwart. Die Formation weist hierbei häufig Ähnlichkeiten mit dem 4-3-3 auf, das dir vielleicht aus dem Fußball ein Begriff ist. Meist stehen also vier Verteidiger, drei Mittelfeldspieler und drei Angreifer auf dem Feld.

Verteidigung

In einer Viererkette aufgestellt, besteht diese aus je zwei Außen- und zwei Innenverteidiger*innen. Die Außenverteidiger*innen, auch linker und rechter Rücken genannt, können den Spielaufbau über die Flügel unterstützen. Primär sind sie jedoch für die Defensive wichtig. In der Innenverteidigung wird in der Regel zwischen Frontstopper*in und dem mittleren Rücken unterschieden. Der/die Frontstopper*in agiert hinter den Mittelfeldspieler*innen oft als zusätzliche Absicherung, während der mittlere Rücken etwas weiter hinten zurückbleibt. Die Verteidigung wird auch Vierer-Aufbau genannt.

Mittelfeld

Das dreiköpfige Mittelfeld ist im Dreieck aufgestellt. Das ermöglicht eine Vielzahl an Passwegen und –stafetten, um den Ball ins letzte Viertel zu bringen. Vor allem die zentrale Position muss hier weite Wege gehen. Sie ist in erster Linie dafür zuständig, den Ball nach vorne zu tragen, jedoch muss sie auch die Verteidigungslinien schließen. Die äußeren Mittelfeldspieler*innen füttern die Mitte und den Angriff mit Pässen.

Angriff

Aus zwei Außenspieler*innen und einer zentraleren Stürmerposition bestehend, erklärt sich der Angriff fast von selbst. Die Flügel sind dafür zuständig, die Außenverteidiger*innen des Gegners von der Mitte abzulenken. Diese ist anschließend frei für den/die zentrale/n Angreifer*in oder das Mittelfeld.

Torwart

Im Tor steht der/die Torhüter*in. Auf diese/n kommen die gleichen Aufgaben zu wie in anderen Sportarten auch. Hauptziel ist, logischerweise, den eigenen Kasten sauber zu halten. Im besten Fall durch das Parieren von gegnerischen Schüssen, sowie schnellen Reflexen und Reaktionen. Entscheidend ist außerdem die Kommunikation mit den anderen Spieler*innen, insbesondere der Abwehr.

Variationen

Je nach Spielsituation ist es möglich, dass an der Formation taktische Änderungen vorgenommen werden. Diese geschehen meist durch das Verschieben eines/r Verteidigers/in ins Mittelfeld oder sogar in den Angriff. Um den Angriff zu stärken, werden meist Außenverteidiger*innen nach vorne gezogen, der/die andere Außenverteidiger*in zieht anschließend in die Mitte, um einen Dreier-Aufbau zu bilden. Wenn man allerdings den Druck im Mittelfeld erhöhen will, geschieht dies durch das Aufrücken eines/r Mittelfeldspielers/in. Gespielt wird vorwiegend mit Manndeckung als defensive Taktik.

Ausrüstung beim Hockey

Bestimmte Spielkleidung ist beim Hockey essentiell. Andere tragen die Spieler*innen freiwillig. Dann gibt es noch den Schläger und Unterschiede zwischen den Positionen. Hier erfährst du, was du bei der Wahl des Equipments zu beachten hast und womit die Profis ausgestattet sind.

Der Hockeyschläger

Der Hockeyschläger ist neben dem Ball der wahrscheinlich wichtigste Bestandteil des Sports. Dessen Stocklänge wird in Zoll angegeben. Bei Erwachsenen ist in der Regel eine Länge von 36,5 Zoll angemessen, es gibt jedoch auch bis zu dreieinhalb Zoll längere Übergrößen. Es gilt: Wenn der Schläger dir bis zum Bauchnabel reicht, ist er normalerweise der richtige für dich.

Ebenfalls zu beachten ist der Vorspann des Schlägers. Der gibt die Höhe der Krümmung von der Oberseite des Griffes bis zur Keule des Schlägers an. Seit 2006 darf dieser maximal 25mm betragen. Grundsätzlich sollten Anfänger eher mit geringerer Krümmung spielen, da diese ihnen mehr Genauigkeit bei Dribbling und Schlag ermöglicht. Profis spielen mit starkem Vorspann, der ihnen u.a. bei speziellen Schlagtechniken mehr Geschwindigkeit verleiht.

Weiter ist die Position der maximalen Krümmung, auch Bow genannt, zu beachten. Sollte dieser Punkt nah an der Keule liegen, so spricht man von einem Low-Bow. Dem Schlägergriff am nächsten ist die Krümmung beim Standard-Bow, in der Mitte liegt (passenderweise) der Mid-Bow. Profis setzen auf den Low-Bow, bzw. auf Abwandlungen von diesem. So existieren noch Pro- und X-Bow, letzterer wird von Spezialisten aufgrund seiner Vorteile für Offensivspieler vermehrt genutzt.

Entscheidend ist auch die Keulenform. Hier wird zwischen fünf verschiedenen Arten von Keulen unterschieden:

  • Die Mini-Keule, die kleinste Keule und ideal für schnelles Dribbling, jedoch ist durch die geringe Fläche die Ballverarbeitung anspruchsvoller. Sie ist ähnlich zur 3D-Keule, die durch ihre schmale Spitze für mehr Ballkontrolle, vor allem in der Luft, steht.
  • Die Maxi-Keule bietet das Gegenstück. Vergleichbar mit der Hook-Keule, bietet sie deutlich größere Ballkontrolle beim Stoppen des Balls. Allerdings musst du am Ball mit deutlich schwerfälligeren Bewegungen rechnen. Geeignet sind diese Keulen besonders für Verteidiger*innen.
  • Die Midi-Keule befindet sich, wie der Name bereits verrät, längentechnisch zwischen Mini- und Maxi-Keule. Daher bietet sie eine gute Balance zwischen gutem Dribbling und solider Ballverarbeitung.

Beim Feldhockey werden mittlerweile fast ausschließlich Kunststoffschläger eingesetzt, Holzschläger sind vereinzelt noch in Gebrauch. Diese bieten zwar etwas mehr Ballkontrolle und sind günstiger, jedoch kann mit ihnen deutlich weniger Schlagkraft erzeugt werden. Außerdem sind sie verschleiß- und bruchanfälliger. Die Steifigkeit eines Schlägers entsteht durch das verarbeitete Carbon, das mit Aramidfasern und Fiberglas kombiniert wird. Je steifer ein Schläger, desto höher ist die Schlagkraft, gleiches gilt allerdings für den Preis.

Der Hockeyball

Dieser unterscheidet sich im Vergleich zu anderen Sportarten vor allem darin, dass er nicht mit Luft gefüllt ist. Ein bestimmtes Material ist vom DHB tatsächlich nicht vorgeschrieben. Jedoch wird in der Regel ein weicher, flexibler Kunststoff eingesetzt, damit der Ball seine Stabilität und Form bewahren kann.

Umfang und Gewicht sind jedoch genormt, so darf ersterer nicht über 23,5cm und nicht unter 22,4cm liegen, während sich das Gewicht zwischen 156 und 163g bewegt. Die Farbe ist theoretisch ebenfalls frei wählbar, allerdings wird weiß bevorzugt. Bei internationalen Turnieren sind auch gelbe Bälle nicht selten, da diese für Zuschauer besser zu sehen sind.

Schuhe

Hockeyschuhe bieten bestenfalls Schutz, Stabilität, Komfort und Federung. Die Federung ist wichtig, um die entstehenden Kräfte zu absorbieren. Entscheidend ist außerdem der Schutz der Knöchel und des gesamten Fußes durch möglichen Gegner- oder Ballkontakt, weswegen die Schuhe sehr stabil sein sollten. An oberster Stelle steht aber natürlich dein eigener Komfort in den Schuhen, die bestenfalls sehr eng anliegen. Stollenschuhe sorgen auf Kunstrasen für den besten Halt.

Schutzausrüstung

Durch den harten Ball und die Schläger kann Hockey trotz seiner kontaktlosen Spielweise ein gefährlicher Sport sein. Schwere Verletzungen gibt es allerdings kaum. Verantwortlich dafür ist Equipment, das den Spieler auf verschiedene Weise schützt. Dazu gehören:

  • Schienbeinschützer sind nicht vorgeschrieben, werden aber von allen Spielern getragen..
  • Der Mundschutz ist, insofern er getragen wird, nützlich, um Zahn- und Kieferverletzungen zu verhindern. Die professionelle Anfertigung ist allerdings recht teuer.
  • Der Schutzhandschuh befindet sich immer an der linken Hand und bietet mehr Sicherheit beim Zweikampf. Auf dem Feld ist er aber noch recht selten.
  • Gesichts- und Knieschutz wird von Defensivspieler*innen verwendet, wenn diese während einer Strafecke die Torlinie verteidigen.

Torwart

Der Torwart erhält im Gegensatz zu den Feldspielern eine ganz eigene Ausrüstung, die vorrangig dem Schutz dient. Er trägt in der Regel einen Vollkörperschutz für den Oberkörper. Schutz für den Unterkörper bieten die meist die sehr eng anliegenden Hosen mit integrierten Kunststoffplatten. Bein- und Fußschutz werden Kicker und Schienen genannt, diese sind, je nachdem, wie viel Schutz sie bieten, sehr teuer. Empfehlenswert ist ebenfalls ein Suspensorium. Der Torwartschläger ist ähnlich zum normalen Hockeyschläger. Es gibt jedoch kleine Unterschiede, diese liegen in der speziellen Krümmung und Form. Damit können die Torhüter*innen flache sowie leicht aufsetzende Bälle besser abwehren.

Einfacher als gedacht – Regeln des Hockeysports

Hockey und Fußball weisen viele Ähnlichkeiten auf. Wir erklären dir, was du wissen musst, um das nächste Hockeyspiel, das du dir anschaust, zu verstehen.

Spielprinzip & Hockeyfeld

Beim Feldhockey stehen sich Teams von jeweils elf Spieler*innen gegenüber. Das Feld, auf dem das Spiel stattfindet, hat mit Maßen von 91,4m Länge und 55m Breite nur einen etwas kleineren Umfang wie ein Fußballplatz.

Die Spielzeit ist in vier Viertel mit je 15 Minuten Spielzeit unterteilt. Da die Uhr allerdings bei fast jeder Spielunterbrechung pausiert wird, unterscheiden sich Brutto- und Nettospielzeit kaum.

Die Spielzeit ist jedoch nicht das einzige, das beim Hockey in vier Viertel unterteilt ist: Der Platz ist es ebenfalls. Die einzelnen Viertel werden mit parallel zur Torauslinie verlaufenden Linien angezeigt. Weitere Markierungen sind der Siebenmeter-Punkt (der sich tatsächlich 6,40 m vom Tor befindet) sowie die Markierungen für Strafecken 5m neben dem Tor und lange Ecken 5m von der Torauslinie entfernt an der Seitenauslinie. Wichtig ist außerdem der Schusskreis, der sich in einem Radius von 14,63m von beiden Toren entfernt befindet. Nur Schläge, die innerhalb dieses Kreises erfolgen, sind gültig und zählen als Torerfolg.

Grafische Darstellung eines Hockeyfeldes

Besonderheiten

Im Gegensatz zum Fußball ist Hockey ein fast komplett körperloser Sport. Den Ball irgendwie abzuschirmen oder Gegenspieler aktiv zu behindern, ist verboten. Der Ball darf weiterhin ausschließlich die flache Seite des Schlägers berühren, jeder andere Teil des Schlägers sowie jedes Körperteil ist verboten. Eine Ausnahme bildet der Torwart, der den Ball mit seiner gesamten Ausrüstung abwehren darf.

Der Ball darf nur hoch gespielt werden, wenn kein/e Spieler*in dabei aktiv gefährdet wird. Bei der anschließenden Ballannahme ist es dem gegnerischen Team verboten, der annehmenden Person näher als fünf Meter zu kommen. Diese muss den Ball zuerst auf den Boden bringen und kontrollieren. Sollte der Ball ungenau gespielt werden und nicht klar sein, welche Mannschaft dem Ball am nächsten ist, bekommt die Mannschaft den Ball, die ihn vorher nicht geschlagen hat.

Falls es nach 60 Minuten keinen Sieger gibt, wird bei K.o.-Wettbewerben auf ein Shoot-Out zurückgegriffen. Bei diesen startet der angreifende Spieler von der Mittellinie aus und muss den gegnerischen Torwart innerhalb von acht Sekunden überwinden. Zunächst treten jeweils fünf Spieler an, weiter geht es anschließend im Sudden Death-Format.

Strafen

Regelverstöße eines Hockeyspielers werden vom Regelwerk in drei, bzw. vier verschiedene Stufen unterteilt. Die grüne Karte des Schiedsrichters bedeutet die mildeste Strafe. Sie gilt in erster Linie als Verwarnung und zieht einen Spielausschluss von zwei Minuten nach sich.

Die gelbe Karte zieht eine Strafe von zwei bis zehn Minuten nach sich, je nach Schwere des Vergehens. Sollte ein Spieler eine zweite gelbe Karte erhalten, ist er vom Rest des aktuellen Spiels und vom nächsten Spiel ausgeschlossen.

Die rote Karte ist die Höchststrafe beim Hockey, sollte ein Spieler diese erhalten, ist er für mindestens zwei Spiele gesperrt. Des Weiteren muss der Schiedsrichter einen ausführlichen Bericht zu seiner Entscheidung verfassen. Sie wird nur bei sehr schweren Vergehen verhängt.

Eine Strafecke erfolgt, sobald ein Team einen Regelverstoß innerhalb, oder einen groben Regelverstoß außerhalb des Schusskreises begeht. Nun darf die angreifende Mannschaft den Ball hinter der Torauslinie einschlagen, der Ball muss hinter dem Schusskreis von den angreifenden Spielern aufgenommen werden. Der Torwart und vier Spieler*innen der verteidigenden Mannschaft dürfen sich zu dieser Zeit auf der Torlinie aufhalten und versuchen, ein Tor zu verhindern.

Einen Siebenmeter gibt es, sollte die verteidigende Mannschaft die Angreifer*innen im Schusskreis an einem Tor oder einer glasklaren Torchance hindern. Für diesen wird die Zeit angehalten. Ein Siebenmeter wird ebenfalls durch ein Foul des Torwarts am Angreifer während eines Shoot-Outs verhängt.

Verschiedene Schläge

Beim Hockey gibt es viele verschiedene Schlagarten für verschiedene Spielsituationen. Um ein Tor zu erzielen, ist das klassische Schlagen die bekannteste. Hierbei holt der/die angreifende Spieler*in aus, hält beide Hände am Schlägergriff und versucht, den Ball nur mit der Keule zu treffen.

Beim Schieben wird der Ball länger geführt als bei allen anderen Techniken, dabei befindet sich die rechte Hand am Schlägergriff und die linke Hand in etwa in der Schlägermitte. Das ist auch beim Dribbling die typische Handhaltung. Das Schieben bietet den Vorteil, die Richtung des Balls noch im letzten Moment zu ändern.

Die Standardhaltung erfolgt unter anderem auch beim Schlenzen, hier ist das Ziel, den Ball möglichst hoch zu spielen. Das gelingt, indem du den Schläger hinter den Ball bringst. Hoch gespielt wird der Ball auch beim Lupfen, allerdings dient das eher der Überwindung eines Gegenspielers beim Zweikampf.

Das Schrubben ist die standardmäßige Passtechnik, bei der der Schläger flach über den Boden geführt wird. Beide Hände sind hierbei am Griff. Eine spezielle Passtechnik ist die argentinische Rückhand. Bei dieser wird der Schläger auf der linken Seite des Körpers flach über dem Boden geführt und der Ball mit der Vorderkante beschleunigt.

Deutsche Dominanz? - Hockey-Wettbewerbe und die besten Mannschaften

Grundsätzlich existieren drei internationale Wettbewerbe, die für Hockey von größter Bedeutung sind. Im Folgenden erfährst du die wichtigsten Informationen zu allen Sieger*innen. Außerdem verraten wir dir, wo die nächsten Veranstaltungen stattfinden.

Olympia

Bei den olympischen Spielen gehört Feldhockey seit 1928 zum stetigen Aufgebot, seit 1980 ist die Teilnahme auch den Damen gestattet. Zu den olympischen Anfangsjahren waren die Briten überaus erfolgreich. Diese wurden jedoch schnell durch Indien und Pakistan abgelöst, die durch die Kolonialisierung erst zu dem Sport kamen. Zwischen 1928 und 1968 gingen alle Goldmedaillen an einen der beiden asiatischen Staaten. Indien hält mit acht Goldmedaillen bis heute den Rekord.

Nach 1972 wurde die olympische Landschaft ausgeglichener. Australien schaffte es zehnmal unter die ersten vier, die Niederlande standen zweimal und Deutschland sogar dreimal ganz oben auf dem Podium. 2021 konnte Belgien die Spiele für sich entscheiden.

Im Damenbereich sind im Grunde die gleichen Mannschaften erfolgreich, Argentinien scheiterte dreimal im Finale an der Goldmedaille.

Weltmeisterschaften

Die indische Dominanz bei Olympia spiegelt sich bei den Weltmeisterschaften der Damen nicht wider. Diese konnten es nie unter die besten drei schaffen, die Niederländerinnen allerdings waren bei den letzten drei WMs erfolgreich. Insgesamt gewannen sie neun Titel. Auf sie folgen Deutschland, Australien und Argentinien, die je doppelt Gold gewannen. Die nächste WM findet voraussichtlich 2024 statt.

Rekordweltmeister der Herren ist Pakistan, dicht gefolgt von Australien und den Niederlanden. Auch Deutschland ist mit zwei (aufeinanderfolgenden) Titeln gut vertreten. Die Austragung findet in der Regel alle vier Jahre statt, die nächste WM ist jedoch erst zu Beginn des Jahres 2023 in Indien.

Beim Hallenhockey sind die Deutschen seit den ersten Weltmeisterschaften 2003 das Maß aller Dinge. Geschlechterübergreifend standen sie bei jedem der Turniere mindestens auf dem Podium, sechsmal konnten sie sich den Titel bereits sichern. Die Niederlande kommen mit insgesamt drei Titeln auch auf eine gute Bilanz.

Europameisterschaften

Die Feldhockey-Europameisterschaften der Herren sind im Grunde ein Privatduell zwischen den Deutschen und Niederländern. Sie machten 14 von 18 EM-Titeln unter sich aus, mindestens eine Nation war jedes Jahr unter den besten drei. Bei den Damen sind die Niederlande allerdings beinahe unbesiegbar, von 15 möglichen Titeln konnten sie elf gewinnen. Sowohl die nächste Herren-, als auch Damen-EM finden 2023 in Mönchengladbach statt.

Eine noch größere Dominanz lieferten allerdings die deutschen Herren und Damen beim Hallenhockey. Von insgesamt 39 Wettbewerben erlangten sie 31-mal die Goldmedaille. Die einzigen anderen Nationen, die ansonsten mehrfach erfolgreich waren, sind Österreich (Herren) und die Niederlande (Damen).

Eis-, Hallenhockey und Co. - Verwandte Sportarten

Neben dem im Artikel hauptsächlich beschriebenen Feldhockey gibt es noch einige andere, zum Teil auch sehr ähnliche, Spiele, in die wir dir eine kurze Einführung geben wollen. Die meisten sind dir wahrscheinlich schon ein Begriff, aber vielleicht kennst du dich mit den Regeln nicht komplett aus. Wir stellen dir die Sportarten kompakt vor.

Eishockey

Seit 1924 olympisch, ist Eishockey von allen Hockeyvarianten wahrscheinlich die bekannteste. Auf der Eisfläche stehen sich je fünf Spieler*innen und ein Torwart gegenüber. Berühmt für die überaus körperbetonte Spielweise, gibt es aber auch andere Elemente, die es vom Feldhockey unterscheiden. So existieren zum Beispiel mehrere Abseitsregeln, außerdem ist es erlaubt, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, mit beiden Seiten des Schlägers zu berühren.

Auf dem 60m langen und 30m breiten Spielfeld dominierten jahrzehntelang die Sowjetunion und Kanada. Heutzutage gehören diese zusammen mit den skandinavischen Nationalmannschaften immer noch zu den besten Teams. Die sowjetische Dominanz wurde bei den olympischen Winterspielen 1980 das erste Mal durch die US-Amerikaner beim legendären “Miracle on Ice” durchbrochen.

Hallenhockey

Ursprünglich entwickelt, um die kalten Wintermonate zu überbrücken, erfreut sich das Hallenhockey vor allem in Europa mittlerweile großer Beliebtheit. Grund dafür ist vor allem die Einführung der Welt- und Europameisterschaften jeweils 2003 und 1974.

Unterschiede zum Feldhockey bestehen zum einen in der Größe des Feldes. So ist das Hallenhockey-Feld deutlich kleiner, maximal ist es 44m lang und 22m breit. Dementsprechend stehen hier auch nur jeweils fünf Feldspieler*innen sowie ein Torwart auf dem Platz. Sollte ein/e Spieler*in durch eine rote bzw. gelb-rote Karte ausgeschlossen werden, darf das Team sich beim Hallenhockey nach einer gewissen Zeit ebenfalls wieder vervollständigen.

Roller-Hockey

Vergleichbar mit einer Sommervariante des Eishockeys, weisen beide Sportarten sehr ähnliche Merkmale auf. Unterschiede zum Eishockey sind vor allem das deutlich weniger körperbetonte Spiel, das Spielgerät (ein Ball und kein Puck). Ebenfalls die Tatsache, dass der Ball mit keinem Körperteil oder den Rollschuhen berührt werden darf. Die einzige Ausnahme bildet der Torwart.

Es ist außerdem nicht zu verwechseln mit Inline-Hockey, das deutlich mehr an Eishockey erinnert. Auf dem Feld, das maximal 44m lang und 22m breit ist, stehen je vier Feldspieler*innen sowie ein Torwart gegenüber. Beliebt ist es vor allem in heißeren Ländern, da diese logischerweise weniger Möglichkeiten haben, dem Eishockey nachzugehen. In Deutschland kämpften in der Rollhockey-Bundesliga dieses Jahr zehn Teams um den Meistertitel.

Floorball

Floorball oder Unihockey ist eine in Deutschland stetig wachsende Trendsportart. Die Herkunft kann nicht komplett geklärt werden, allerdings geht man von den USA, der Schweiz oder dem skandinavischen Raum aus. Beim Treibballsport, der in einer 40m langen und 20m breiten Halle ausgetragen wird, stehen sich je fünf Feldspieler*innen und ein Torwart gegenüber. Die Regeln sind denen des Hockeys ähnlich, die Länge eines Spiels ist identisch. Allerdings wird sie in drei Drittel zu je 20 Minuten unterteilt.

Die Schläger ähneln eher denen des Eishockeys, außerdem darf man, anders als beim Hockey, den Ball mit beiden Seiten schlagen und führen. Dieser Ball ist aus Kunststoff, besitzt 26 Löcher und ist innen hohl, weswegen er extrem leicht ist. Die größten Unterschiede zum Hockey bestehen darin, dass die Torhüter keine Schläger, sondern nur Handschuhe tragen. Außerdem kann ein Tor vom kompletten Spielfeld aus erzielt werden kann. Ebenfalls darf der Ball mit dem Fuß berührt werden. Die Regeln des Floorball werden dir in diesem Video noch mal kurz erklärt.



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