Probetraining im Verein organisieren: Darauf musst du achten
Der Eintritt in einen Sportverein ist oft ein großer Schritt, der einen großen Einfluss auf Sportler:in und Verein hat. Dementsprechend wichtig ist es für Interessierte, sich bereits im Vorfeld ein Bild von dem entsprechenden Verein machen zu können. Aus diesem Grund bieten Vereine üblicherweise im Vorfeld Probe- bzw. Schnuppertrainings an, bei denen Interessierte teilnehmen können, ohne dafür Vereinsmitglied werden zu müssen.
Doch wie sind solche Probetrainings eigentlich rechtlich geregelt? Und was müssen Vereine und Sportler:innen dabei beachten? Das klären wir im folgenden Text.
Das musst du als Verein beachten
Für dich als Verein geht es zum einen darum, die Person gut zu informieren. Dazu gehört unter anderem, transparent anzugeben, ob zum Beispiel die Unfallsversicherung auch für Nicht-Mitglieder während dem Probetraining gilt. Außerdem muss auch geklärt werden, ob die Person vielleicht schon Mitglied in einem anderen Verein ist. In manchen Fällen dürfen dann nur Probetrainings mit Erlaubnis des anderen Vereins stattfinden. Das hat unter anderem versicherungstechnische Gründe.
Wie oft jemand ein Probetraining besuchen kann, kannst du als Verein selber regeln. Das erlaubt, dass du auf unterschiedliche Anforderungen eingehen kannst. Um zum Beispiel herauszufinden, ob eine Person zu einer Fußballmannschaft passt, braucht es oft mehr als nur eine einzige Trainingseinheit. Ob jemand einen Zumba-Kurs mag, ist hingegen möglicherweise schneller klar. Gleichzeitig solltest du nicht zu lange warten, ansonsten kann die Bereitschaft für eine Mitgliedschaft sinken.
Ein gutes Beispiel kannst du der SG Kaarst Volleyball sehen. Sie hat auf ihrer Webseite extra einen Flyer zum Thema “Probetraining” verlinkt, in dem sie alle wichtigen Fragen klären.
Wenn du als Trainer:in die Kommunikation mit deiner Trainingsgruppe vereinfachen möchtest, können wir dir das Anwesenheitsmanagement mit der Vereinsticket App ans Herz legen. Durch die Nutzung der Vereinsticket App für das eigene Jugendtraining hat der MTV Bamberg beispielsweise kürzlich den Digitalisierungs-Preis beim Quantensprung-Wettbewerb des Bayerischen Landes-Sportverbandes gewonnen. Wie das Ganze funktioniert, erfährst du in diesem Video:
So ist der Versicherungsschutz während Probetrainings geregelt
Mitglieder in Sportvereinen sind während ihrer aktiven Teilnahme an sportlichen Aktivitäten im Verein über die sogenannte Sportversicherung versichert. Diese wird vom zuständigen Landessportbund abgeschlossen und muss somit nicht vom Verein selbst abgeschlossen werden. Die Sportversicherung gilt jedoch nur für Mitglieder und somit nicht für Sportler:innen, die im Rahmen eines Probetrainings überlegen, ob sie Mitglied im Verein werden sollen.
Um auch für Probetrainings einen Versicherungsschutz über den Verein gewährleisten zu können, muss eine Zusatzversicherung für Nichtmitglieder abgeschlossen werden. Auch hier kann bereits ein Rahmenvertrag durch den zuständigen Landessportbund abgeschlossen worden sein. Es macht daher Sinn sich hier als Verein beim Landessportbund über die vorliegenden Versicherungen zu erkundigen und dann gegebenenfalls als Verein selbst eine Versicherung für Nichtmitglieder abzuschließen. Im Falle des Landessportverband für das Saarland, findet man einen Überblick über die bestehenden Versicherungen durch den Landessportbund beispielsweise hier.
Wichtig bei der Nichtmitgliederversicherung ist zusätzlich, dass diese für das potenzielle neue Mitglied nur für einen begrenzten Zeitraum gilt. Es ist damit also nicht möglich monatelang bei der Teilnahme am Trainingsbetrieb versichert zu sein, ohne dem Vereinsmitglied zu sein. Vereine sollten daher im Vertrag nachschauen für welchen Zeitraum der Nichtmitgliederversicherung die Teilnahme an Probetrainings anbietet und dies auch so für potenzielle neue Mitglieder kommunizieren.
Wie nutzt du die Probezeit optimal?
Vor allem bei Mannschaftssportarten muss viel passen. Das bedeutet, dass der Neuzugang in sehr kurzer Zeit viele unterschiedliche Situationen durchlaufen muss, um herauszufinden, ob ihr zueinander passt. Jede:r Sportler:in hat Schwächen und Stärken. Damit beide Seiten sichtbar werden, solltest du versuchen, unterschiedliche Trainingsschwerpunkte in den Probetrainings unterzubringen. Gegnerkontakt kannst du beispielsweise im Training in kleinen Spielformen simulieren.
Am Besten hältst du deine Beobachtungen am besten schriftlich fest. Dadurch kannst du deine Gedanken ordnen und später nochmal durchgehen. Außerdem ist es ratsam, dass du dir, wenn möglich, noch eine zweite Meinung einholst. Vier Augen sehen bekanntlich besser als zwei. Weitere Tipps (speziell für den Fußball-Bereich) erhältst du auf dieser Seite.
Was solltest du nach der Probezeit beachten?
Sollte die Probezeit mit einer Mitgliedschaft enden, dann ist es wichtig, die Person schnell in das Vereinsleben einzubinden. Dadurch wird die Bindung an den Verein gestärkt und die Person lebt sich schnell ein.
Wenn es aber am Ende heißt “Klappt leider nicht”, solltest du auf keinen Fall dein Gegenüber einfach alleinlassen. Egal aus welchem Grund die Wege sich trennen: Feedback sollte sowohl eingeholt als auch ausgeteilt werden. Davon profitieren beide Seiten.
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Das muss man als Sportler:in beachten
Wenn du Interesse an einem Probetraining hast, musst du es dir erst einmal organisieren. Je nach Verein ist eine Anmeldung notwendig, in den allermeisten Fällen ist sie mindestens erwünscht. Denk daran, wenn du dem Verein Bescheid sagst, dann können sich die Trainer besser darauf einstellen. Im besten Fall bedeutet das, dass das Training so umgestellt wird, dass du viele Aspekte kennenlernst.
Du solltest dich außerdem darüber informieren, ob du im Training versichert bist oder nicht. Das ändert sich von Verein zu Verein. Solltest du bereits Mitglied in einem Verein sein, musst du klären, ob du eine Erlaubnis von diesem brauchst, um ein Probetraining zu besuchen. Wenn ja, schreibt dir diese meistens dein:e Trainer:in.
Sei dir außerdem bewusst, was du von dem Verein möchtest. Möchtest du auf möglichst hohem Niveau Sport treiben? Oder geht es dir eher um den sozialen Aspekt? Am Ende aber solltest du dein Bauchgefühl entscheiden lassen. Magst du die Menschen dort? Fühlst du dich durch das Programm gefordert? Es macht keinen Sinn, wenn du dich durch einen Kurs quälst, der dir am Ende keinen Spaß macht. Gleichzeitig kann eine mittelmäßige Mannschaft durch ein gutes Miteinander eine erstklassige Erfahrung sein.
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