Leere Sportstätten auf Grund von Corona
  • Ann-Christine Strupp
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Doku “Timeout Corona” berichtet über Verzweiflung der Sportvereine

Für die meisten Sportvereine in Deutschland ist es zum Verrücktwerden: Während die Nationalmannschaft quer durch die Welt reisen und die Bundesligavereine Meisterschaften austragen dürfen, müssen Breiten- und Nachwuchssport seit Monaten fast komplett aussetzen. Die frontal21-Dokumentation “Timeout Corona” wirft einen Blick auf die Stimmung innerhalb der Vereinswelt.

Zwischen Überlebenskampf und Hoffnung: Sportvereine sehnen sich nach dem Restart

Wie verzweifelt viele Vereinsverantwortliche und -angehörige inzwischen auf Grund der ständig schwankenden Situation des Sports sind, zeigt der kurzweilige Dokumentarfilm ziemlich gut. Beispielhaft erzählen Mitglieder aus drei deutschen Sportvereinen, was sie bewegt und welche Hoffnungen sie für die künftigen Schritte der Politik haben.

Zuerst führt uns frontal21 nach Hamburg zur TSG Bergedorf. Dort klagt der Vorsitzende Boris Schmidt über den fast schon trostlosen Anblick der leeren Sportstätten. Seit Beginn der Pandemie, so berichtet er, habe der Verein rund 1700 Mitglieder verloren. Mit diesen Zahlen steht die TSG jedoch nicht alleine da. Der Mitgliederrückgang in deutschen Sportvereinen beläuft sich laut frontal21 auf ungefähr 1 Millionen Mitglieder. Unter den Kindern und Jugendlichen sind die Mitgliederrückläufe laut Juliane Kuhlmann vom Landessportbund Hessen besonders alarmierend – bei Kindern unter 6 Jahren sind es sogar 17%.

Auch beim SC DHfK Leipzig und dem TC Nauheim in Hessen sieht die Lage nicht rosiger aus. Für viele Bürger ist die momentane Situation nicht mehr nachvollziehbar oder akzeptierbar, weil die Regelungen überall anders sind: In manchen Teilen Deutschlands dürfen Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren trainieren, in anderen Teilen liegt die Grenze bei 14 oder 18 Jahren, mancherorts ist der Trainingsbetrieb ganz ausgesetzt.

Aerosolforscher Gerhard Scheuch hält die Altersbeschränkung im Sport für wenig sinnvoll. Denn bei den allermeisten Sportarten im Freien sei das Infektionsrisiko äußerst gering, da sich die Aerosole dort sofort stark verdünnen. Scheuch findet es schade, dass dieses Wissen nicht praktisch umgesetzt wird. Seiner Meinung nach könne man durch aus stärkere Öffnungsmaßnahmen durchführen, ohne die Bevölkerung zu gefährden.

Gerhard Scheuch

Aerosolforscher Gerhard Scheuch appelliert an die Politik, das geringe Infektionsrisiko im Freien bei den weiteren Maßnahmen zu berücksichtigen. © frontal21

Bewegungsmangel trifft vor allem die Jüngeren

Doch in den Augen von Yvonne Masuhr von der TSG Bergedorf geht der Amateursport gänzlich unter – obwohl auch die kleinen Vereine sehr gut aufpassen und regelmäßig testen. Der organisierte Sport habe laut Trainer Tobias Hahn von Anfang an ausführliche Konzepte entwickelt und Vorschläge für einen geregelten Spiel- und Trainingsbetrieb erarbeitet. Er hätte sich von der Politik gewünscht, dass sie die Bemühungen mehr zur Kenntnis nimmt und sich anschaut, wie es in den Vereinen tatsächlich aussieht.

Laut Prof. Ingo Froböse, dem Leiter des Instituts für Bewegungstherapie der Sporthochschule Köln, sei die Politik der letzten Monate jedoch eher durch Ängste geprägt gewesen. Es sei vielmehr um Reduktionen und Verbote gegangen, als um Lösungsstrategien und mögliche Wege. Gerade Jugendliche würden unter der aktuellen Situation leiden. Mit dieser Vorgehensweise produzieren wir seiner Meinung nach gerade die Kranken der Zukunft. Denn durch den Bewegungsmangel werden in den nächsten Jahren Übergewicht und Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zunehmen.

Sport soll als Teil der Lösung begriffen werden

Letztlich wird die Rolle des Sports in den Augen der meisten Vereinsmitglieder immer noch nicht ausreichend in der politischen Debatte wahrgenommen. Dabei hat nun eine im April erschienenen US-Studie belegt, dass regelmäßiger Sport sogar das Risiko eines schweren Verlaufs der Corona-Erkrankung stark reduziert. Froböse richtet daher erneut einen Appell an die Politik, die Förderung von Bewegung endlich in den Fokus zu rücken. “Körperliche Aktivität und Sport ist einer der wichtigsten Motoren, um gesund, vital und leistungsfähig zu bleiben.”, betont Froböse in der Dokumentation.

Der Dokumentarfilm ist noch bis zum 13.04. 2023 in der ZDF Mediathek zu sehen.

Wir finden: Den Menschen sollte es schnell wieder möglich sein, sich innerhalb ihres Vereinssports zu bewegen und sozialen Kontakten nachzugehen. Digitale Tools wie unser Vereinsticket System helfen Vereinen dabei, den Sportbetrieb unter sicheren Umständen Schritt für Schritt einzuleiten und während des Trainings die Corona-Maßnahmen einzuhalten. Aber auch nach Corona erleichtert Vereinsticket dank Funktionen wie Ticketing, Trainingsplanung, Marketing, Messaging, Kommunikation, Payment, Belegungsmanagement, Buchungstools und vielen mehr das Vereinsleben enorm.



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